Lost Highway

Ein Album von Willie Nelson
Lost Highway- jener Hank Williams-Klassiker über einen Mann, dessen Leben von drei Dingen auf den unaufhaltsamen Pfad des verlorenen Highways hinab ins Tal der Dunkelheit gebracht wurde: „Just a deck of cards and a jug of wine and a woman's lies make a life like mine“, heißt es da.
Den Namen Lost Highway trägt aber auch ein Plattenlabel, welches den Genre-Connaisseur beständig mit absolut hochkarätigen Veröffentlichungen erfreut.
Und um das Trio zu vervollständigen trägt auch Willie Nelsons im Jahr 2009, als Quasi-Counterpart zum ebenfalls auf diesen Seiten von mir besprochenen Jazz-Album „American Classic“, erschienenes Album diesen Titel.
Dabei handelt es sich um eine hervorragende Singledisc-Compilation von Willies Zeit beim oben erwähnten Label, für das er ja auch schon seit einigen Jahren Platten aufnimmt.
14 Tracks, die dem Zuhörer auf der einen Seite einen Überblick über diese jüngste Schaffensperiode Nelsons geben, zum anderen aber unbändige Lust auf die Full-Length Discs, von denen sie entlehnt wurden, machen.
Viele der hier vertretenen Songs sind dabei Duette, welche die Vielseitigkeit von Nelsons Kunst zu jeder Sekunde unterstreichen.
Beeindruckend, wie mühelos er mit seinen jeweiligen Duettpartnern harmoniert:
Egal, ob mit dem eigentlich aus einem anderen Genre kommenden Matchbox Twenty-Frontman Rob Thomas beim charmanten Opener „Maria (Shut up and Kiss Me)“, mit Nu-Country Star Toby Keith beim gaudig rockenden „Beer For My Horses“ oder mit Lucinda Williams, LeeAnn WOmack oder Shania Twain musiziert: Das passt tatsächlich zusammen.
Wenngleich die erwähnten Artists natürlich eher der Mainstream- Richtung angehören.
Die hinreißenden mit zwei Songs hier vertretenen Jams mit Countrylegende Ray Price hingegen stellen die sichere Bank dar:
Eindringlich etwa, wie er sich mit seinem Kollegen Price etwa durch den am Anfang meines Reviews erwähnten Hank William Sr.-Klassiker groovt oder „I´m Still Not Over You“ spielt. Wer jenes „Last Of The Breed“-Album, von dem diese Songs stammen, noch nicht im CD-Regal hat, wird es wohl nach dem Hören dieser Tracks oben auf seine Liste schreiben.
Wobei es natürlich begrüßenswert gewesen wäre, wenn man auch ein paar Merle Haggard-Tracks, der bei jenem Album ja ebenfalls mit dabei war, auf „Lost Highway“ gepackt hätte.
Am Schluss gibt es dann noch drei bislang unveröffentlichte (einer war bislang nur über iTunes erhältlich)Songs: Zwei davon wohl nicht ernst gemeint (zB. vom Brokeback Mountain-Soundtrack).
„Both Sides Of Goodbye“ hingegen ist sicher der beste der unveröffentlichten Songs.
Fazit:
„Lost Highway“ bietet auf 17 Songs einen kompakt-guten Überblick über die neueren Nelson-Alben und macht Lust auf mehr.
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