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Praise & Blame

Ein Album von Tom Jones
Im Juni dieses Jahres 70 geworden brüllt der Tiger mit neuem Album im Gepäck wieder………….und wie!
Wer von Superstar Tom Jones nur die Hits der 80er (wie etwa „Kiss“) oder die erfolgreiche Mousse T - Kollaboration beim Knaller „Sex Bomb“ kennt ,mag sich ob des neusten Tiger-Opus wohl verwundert zeigen.
Der langjährige Fan und Kenner der Biographie des Walisers jedoch weiß: Die musikalische Ausrichtung die auf dem „Praise & Blame“ betitelten neusten Studiowerk Jones´ vorgenommen wurde, passt perfekt zu ihm und seinem Background und ist daher bloß konsequent.
Mit „Praise & Blame“ kehrt Jones, der als Kind im Kirchenchor sang, nämlich zu einigen jener Genres zurück, welche zu den Wurzeln seiner eigenen Musikalität zählen.
Das Ergebnis ist eine erdige und überaus leidenschaftliche Roots-Platte, bei der sich Jones einem Kanon ausgewählter Coversongs aus Blues, Country, Gospel, Traditionals, Spirituals und Rock N´ Roll widmet.
Die Aufnahme-Sessions fanden in Peter Gabriels Real World Studios in Box, Wiltshire statt und das dort entstandene Werk mit dem ihm zugrunde liegenden Konzept waren eigentlich schon lange überfällig für Jones.
Viel zu selten hatte man ja in den letzten Jahren Gelegenheit ihn in den oben genannten Genres zu bewundern:
Man erinnere sich in diesem Zusammenhang etwa an Martin Scorseses monumentale Blues-Doku, wo Jones kurz mit Jeff Beck musizierend zu sehen war oder auch als Jones wohl als Promo für ein neues Album als „Straßenmusiker“ „Hi-Heel Sneakers“ für Passanten sang.
Und natürlich an seinen Gastauftritt bei Jerry Lee Lewis fulminanten „Last Man Standing“ -Gigs, bei dem der Tiger zusammen mit dem Killer „Green Green Grass Of Home“ und „End Of The Road“ spielte.
Dass Jones nun ein ganzes Album voll von leidenschaftlich vorgetragener Roos-Musik einspielt, ist die logische Schlussfolgerung und schlichtweg eines: wunderbar.
Denn mit „Praise & Blame“ ist ihm ein intensives, kraftvolles und überaus hörenswertes Album gelungen- Der Zuhörer erlebt den Tiger bestens bei Stimme und von einer druckvollen Band (ua. mit dem Produzenten des Albums, Ethan Johns, der die Sechssaitige bearbeitet) inklusive einiger aparter Backgroundsängerinnen begleitet.
Heartbreaker Benmont Tench schaute übrigens genauso bei den Aufnahmesessions vorbei wie Booker T. Jones von Booker T. & MGs („Green Onions“), der ein paar Piano- und (natürlich) B3-Parts beisteuerte.
Jones´ sorgfältige Songauswahl reicht etwa von John Lee Hooker („Burning Hell“) über Billy Joe Shaver („If I Give My Soul“) bis hin zu Traditionals wie „Run On“-
Bei dem kurioser- bzw. interessanterweise im Booklet Jones (genauso wie bei „Nobodys Fault But Mine“, Didn´t It Rain“ und „Ain´t No Grave) als Mitverfasser angeführt ist……!?
Den intensiven Opener, macht die Dylan-Nummer „What Good Am I“ vom 80er Jahre „Oh Mercy“-Album. Ist dieser Beginn vielleicht noch etwas spröde geraten, so nimmt da Album spätestens mit Jesse May Hemphills „Lord Help“ an Fahrt auf.
Jones hat hörbar Spaß an der Sache und so gibt es noch 9 weitere Songs lang eine prägnante Interpretation nach der anderen. Man merkt einfach durchwegs die unbändige Spielfreude und die tief empfundene Spiritualität von der das ganze Album erfüllt ist.
Und ob Jones nun beschwingt in „Don´t Knock“ und „Didn´t It Rain“ rockt oder im düsteren „Nobody´s Fault But Mine“ von der tremolo-getränkten Gitarre begleitet wird: das Ergebnis ist erstklassig.
So sorgt Jones mit diesem gelungenen Album zweifelsohne für eine DER Überraschungen des Jahres. Ein intensives, teilweise nachdenkliches Album, das man sich unbedingt anhören sollte.
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Daten zum Album
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Praise & Blame 2010
Produktion Ethan Johns
Interpret
Tom Jones Besetzung ua. Tom Jones, Ethan Johns,Christopher Holland, B.J. Cole, Dave Bronze, Ian Jennings, Henry Spinetti, Jeremy Stacey,Allison Pierce, Louis Price, David Rawlings, Camilla Staveley-Taylor, Emily Staveley-Taylor, Jessica Staveley-Taylor, Oren Waters, Gillian Welch und Terry Young
Aufnahmedatum
Gastmusiker Booker T. Jones, Benmont Tench
Label Island/Universal Lauflänge ca. 38 Min
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