100 Miles From Memphis

Ein Album von Sheryl Crow
Sheryl Crow wuchs etwa 100 Meilen entfernt von Memphis auf.
Daraus ergibt sich auch der Titel ihres mittlerweile 7. Albums, welches ein Werk darstellt, wie sie es eigentlich schon vor Jahren angedacht hatte.
Nun endlich also hat sie sich dazu aufgerafft und das Ergebnis sind 11 Songs - die meisten von Sheryl mitverfasst mit ein paar eingestreuten Coverversionen.
Allerdings widmet sie sich dabei nicht dem Rockabilly und Rock N´ Roll aus Memphis, Tennessee sondern dem Genre der Soul-Musik.
Als Produzent fungierte neben Justin Stanley Doyle Bramhall II, den man etwa als zusätzlichen Gitarristen von so manchem Eric Clapton-Konzerten der letzten Jahre kennt.
Bramhall nimmt allerdings nicht nur an den Reglern Platz, sondern würgt auch beherzt die Sechssaitige.Auch sein Kollege Stanley gibt sich nicht bloß mit dem produzieren zufrieden, sondern übernimmt alles vom Omnichord bis zum Tambourin.
Überdies lud sich Sheryl ein paar Gäste ins Studio: die, ähem, Mischung machts – so sorgen zB. Justin Timberlake und Keith Richards für Unterstützung.
Bei ersterem packt einen das kalte Grausen, jedoch haucht er beim durchaus gelungenen Cover von „Sign Your Name“ eher subliminal im Hintergrund.
Zweiterer passt natürlich wesentlich besser zu einem solchen Album – wenn man allerdings nicht durch einen Aufkleber auf dem Cover und den entsprechenden Hinweis in den Linernotes des Albums auf die Präsenz des Stones-Gitarristen hingewiesen würde, könnte man es selbst diplomierten Stones-o-logen nicht verübeln, wenn sie die knorrigen Riffs und die schrecklich-schöne Stimme Keefs aus dem Reggae von „Eye To Eye“ nicht heraushören.
Warum man die Mitarbeit eines Herrn vom Kaliber eines Keith Richard derart ungenützt verschenkt, bleibt wohl auf immer ein Rätsel.
Sheryl wollte ein Album machen, dass sexier als ihr letztes ausfallen sollte: das Ziel dieser Mission hat sie nur teilweise erreicht. Zwar singt sie beherzt und ist nachwievor gut bei Stimme, doch das war es auch schon.
Denn so unauffällig wie die Eröffnungsnummern ist auch der Rest des Albums ausgefallen:
Zwar sind die meisten Songs durchaus nett und recht angenehm anzuhören- jedoch bleiben sie großteils wenig aufregend und plätschern etwas dahin.
Das schöne „Long Road Home“ bildet da eine der wenigen Ausnahmen auf einem Album das zwar alles andere als schlecht ist, jedoch weitaus mehr hätte sein können.
Von einem Album, das schon „Memphis“ im Titel trägt hätte man sich eindeutig etwas anderes erwartet.
Viel zu gelackt und oft auch mainstreamig kommen viele der neuen Crow-Kompositionen daher.
Daran kann auch ein pseudo-anarchischer und reichlich bemüht wirkender Sarah Palin-Seitenhieb bei „Say What You Will“ nichts ändern. Dass das etwas nichtssagende „Summer Days“, die erste Singleauskopplung darstellt, ist symptomatisch für die ganze Platte.
Insbesondere zum Schluss kommt es dann noch mal dick:
Einst war Sheryl ja Backgroundsängerin für Michael Jackson gewesen und als Bonustrack hat sie den
Jackson 5-Hit „I Want You Back“ neu eingespielt.
Fazit:
Wenig aufregend ist es ausgefallen, das siebte Album Sheryl Crows.
Spätestens beim Finale ist sie dann, ungeachtet des Albumtitels, weit mehr als nur 100 Meilen von Memphis entfernt.
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