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The Long & Dangerous Sea
The Long & Dangerous Sea

Ein Album von Moke

Die Holländer von Moke sind eine der Indie-Sensationen der letzten Jahre -
zumindest wird ziemlich viel über sie berichtet……
Nach dem viel beachteten Debut „Shorland“ und prestigeträchtigen Aufträgen wie der Bereitstellung der musikalischen Untermalung von Champions League Spielen im niederländischen Fernsehen kommt nun der Nachfolger „The Long & Dangerous Sea“ in die Läden.
Noch aufwendiger und pompöser- die Niederländer scheinen hoch hinaus zu wollen.

Doch ergehen wir uns nicht im Hype: Schon allzu viele Bands der letzten Jahre wurden ihren Vorschusslorbeeren nicht gerecht und des Ruhmes, der ihnen schon vorauseilte, erwiesen sie sich letzten Endes als nicht würdig:
Fühlen wir also einmal „Moke“ und ihrem zweiten Longplayer auf den Zahn und sehen wie viel Substanz letztlich wirklich dahinter steckt:

Die Jungs von Moke werden – wie man in so ziemlich jedem zweiten Artikel, der über die Holländer verfasst wird, entnehmen kann- von „Modezar“ Karl Lagerfeld, ausgestattet.
Nun, ein Umstand, der natürlich musikalisch nichts aussagt.
Dass Paul Weller sie hingegen unter seine Fittiche genommen hat und an ihnen einen Narren gefressen zu haben scheint, dann schon eher.

Style ist bei Moke dennoch mindestens ebenso wichtig wie die Musik: Die Band ist als „Produkt“ vollends durchgestylt.
Das beginnt schon bei der Gestaltung des Albumcovers, dessen Motiv von Anton Corbijn geschossen wurde, und setzt sich in der Musik fort.
Die Weller-Parallele zeigt sich nicht nur in der Wahl ihrer Frisuren, sondern auch deutlich im Sound der Band. Der ist nämlich klar von den Achtziger Jahre Wave und Mod-Vorbildern geprägt:
Dass Moke das Wohlgefallen von Weller geerntet haben, verblüfft also wahrlich nicht, wenn man der Disc von „The Long And Dangerous Sea“ die erste Umdrehung im heimischen CD-Player gönnt.

Und ja, man kann auch Britpop spielen wenn man aus Holland kommt.
Wobei gerade dieses oft bemühte Label, wenn es um die Charakterisierung dessen was die Band denn eigentlich spielt geht, den Sound nur sehr unzureichend beschreibt.
Insbesondere wenn man sich das zweite Album zu Gemüte führt.
Mit teils doch deftig losrockenden Bands wie Oasis, die ja eine DER Britpopbands darstellen, haben Moke nicht viel gemein.
Zwar tönen die Gitarren durchaus mal mit ein paar netten Riffs, im nächsten Moment werden diese jedoch schon wieder von Synth-Wellen begraben.
Wie überhaupt elektronische Sounds diesmal stark im Vordergrund stehen.
Solcherlei Klänge sind hier nicht nur schmückendes Beiwerk - Moke zelebrieren die Reminiszenz an die artifiziellen Sounds geradezu.

Dabei bleibt das Album stets sehr distanziert und ist wohl bewusst unterkühlt gehalten.
Ob das so oft zitierte große Potential der Holländer wirklich (noch) unter der Oberfläche brodelt, ist fraglich.
So ist nahezu jeder Song reichlich derivativ. Die großen Ideen fehlen, vieles ist letztlich einfach zu vorhersehbar um wirklich mitzureißen.
Am strahlendsten ist „The Long & Dangerous Sea“ in den ruhigen Momenten, wenn die Ambient-Soundcollagen richtig atmen können-Wie etwa beim Opener und Titeltrack der mit einem sehr hörenswerten Intro beginnt.
In den besseren Momenten des Albums gemahnen die sphärischen Sounds an U2, in den schlechteren nur an Coldplay.

„The Long And Dangerous Sea“ ist als Gesamtprodukt in sich durchaus stimmig und schlüssig, großartige musikalische Substanz sucht man allerdings über weite Strecken vergebens.
Wave und 80ies-Synthfans sowie Leute, die den allerdings etwas anders gelagerten Vorgänger mochten, dürften wohl dennoch auf ihre Kosten kommen.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(14. Mai 2010)

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Daten zum Album
The Long & Dangerous Sea 2010
Produktion
Interpret Moke Besetzung
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label UNIVERSAL/ ISLAND Lauflänge
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