Hang Cool Teddy Bear

Ein Album von Meat Loaf
Blut. Viel Blut.
Wir befinden uns auf dem Schlachtfeld eines nicht näher spezifizierten Krieges.
Ein Soldat ist schwer verwundet, seinen Freund hat er bereits sterben sehen. Und auch für ihn scheint die Zeit gekommen, doch anstatt dass ihm sein bisheriges Leben vor den eigenen Augen vorbeizieht, gibt es ein Flash Forward……………
Das ist die Grundstory, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten sei, die „Hang Cool Teddy Bear“, dem elften Album von Meat Loaf, zugrunde liegt.
Da ist allein schon das affengeile Coverartwork – siehe links- und wenn die ersten Klänge eines gigantischen Trommelwirbels, welcher den Opener des Albums einläutet, erklingen fühlt man sich heimisch in den bombastischen Rock N´ Roll-Visionen des Marvin Lee Aday, wie Meat mit bürgerlichem Namen heißt.
Rob Cavallo ist als neuer Produzent mit an Bord, der Meat Loafs Sound jedoch glücklicherweise nicht verfälscht: Einige Namen in der Vita Cavallos (Green Day, My Chemical Romance……) ließen ja schon gegenteiliges befürchten.
Das ganze Album hat, wie schon eingangs erwähnt, eine durchgängige Storyline, die auf einer Kurzgeschichte aus der Feder von Killian Kerwin basiert.
Somit handelt es sich auch bei diesem Werk um ein Konzeptalbum.
Auch „Hang Cool Teddy Bear“ ist wieder ausgesprochen episch in seiner Skalierung.
In einer Spielzeit von gut über einer Stunde zu Buche wird eine mitreißende Geschichte gesponnen. Wobei natürlich alle Songs jeweils auch alleine funktionieren.
Durch die Idee des Konzeptalbums ergeben jedoch diese Einzelteile ein großes und in sich schlüssiges Ganzes, das den Zuhörer durchwegs zu packen vermag.
Dabei sind die Songs sehr abwechslungsreich und dynamisch: Rock-Opern mäßig eben.
Zahlreiche Tempowechsel, plötzliche Breaks inklusive. Und all das wird mit einer derartigen Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit aufs Parkett gelegt, dass es für den Zuhörer eine wahre Freude ist.
Meat Loaf zeigt sich dabei durchwegs in bester Spielfreude, genauso wie seinen Kumpels, die er zu sich ins Studio geladen hat- Doch dazu etwas später mehr.
Jedenfalls ist schon beim Opener „Peace On Erath“ klar, wohin die Reise mit virtuosen Gitarrensoli geht.
Meat Loaf strotzt vor Kraft, seine Stimme ist nachwievor beeindruckend.
Er hat Bock zu rocken und das durchaus im doppelten Wortsinn, denn die Texte sind dabei durchaus mal ungestüm.Den auf dem Cover prangenden Parental Advisory Sticker haben ihm wohl Textzeilen wie „I can barely fit my dick in my pants“ aus „California Isn´t Big Enough (Hey There Girl) eingebracht.
Zur stilechten Unterstützung hat er sich, wie schon kurz angesprochen, eine Reihe hochkarätiger Gäste ins Studio eingeladen:
Etwa Queen-Gitarrist Brian May oder Saitenhexer Steve Vai, der schon beim dritten Teil von „Bat out Of Hell“ vor ein paar Jahren die Frets seiner Gitarre zum brennen bringen durfte.
Mit Jack Black dürfte sich Meat Loaf beim Dreh zu „The Pick Of Destiny“ dermaßen gut verstanden haben, dass der Brachialkomiker „Like A Rose“ mitschmettern darf: Glücklicherweise allerdings ohne dabei in klamaukige Tenacious D-Sphären abzugleiten.
Und auf „If I Can´t Have You“ klimpert dann sogar der dauergrantelnde Dr. House Hugh Laurie mit.
Alle Songs sind dabei durchwegs gut gelungen.
Ein schöner Elvis-Presley Tribute („Elvis In Vegas“) beschließt das Album.
Fazit:
Mit „Hang Cool Teddy Bear“ legt Meat Loaf eine der großen Überraschungen des bisherigen Musikjahres hin. Klar muss man dennoch realistisch sein, denn „Bat Out f Hell“ zu toppen dürfte sich als mehr als schwierig gestalten. Zumal bei weitem nicht jeder der Song des Albums soviel Maß und Ziel wie die Singleauskopplung „Los Angeloser“ besitzt.
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