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HAVE MERCY: HIS COMPLETE CHESS RECORDINGS 1969 TO 1974
HAVE MERCY: HIS COMPLETE CHESS RECORDINGS 1969 TO 1974

Ein Album von Chuck Berry

„I go to court tomorrow morning
And I got the same judge I had before
Lord, I know he won't have no mercy on me
'Cause he told me not to come back no more
He'll send me away to some stoney mansion
In a lonely room and lock the door“

Wir erinnern uns:
Im Vorjahr kam der zweite Teil einer wundervollen Werkschau von Chuck Berrys Zeit beim Chess Label heraus.
Eine durchwegs stimmige und ausführliche Zusammenstellung, die Fan-Herzen höher schlagen ließ.
Nun ist es endlich soweit und diese Reihe wird fortgesetzt.
Der dritte Teil gestaltet sich dann auch genauso stimmig wie die „You Never Can Tell“-Box.

Der Anschluss an diese zweite Box erfolgt allerdings nicht ganz nahtlos.
Denn die endete ja im Jahr 1966, „Have Mercy“ beginnt allerdings erst wieder im Jahre 1969.
Der Grund hierfür?:
In den 60ern wechselte Chuck für ein paar Jahre das Label und diese Anthologie bezieht sich nur auf Chucks Chess-Schaffensperioden.
Der legendäre Leonard Chess war sich jedoch damals sicher, dass Berry bald wieder bei Chess aufnehmen würde - und er sollte recht behalten.

Deshalb gibt es nun also den dritten Teil der Complete Chess Recordings von Chuck Berry, der sich, wie schon erwähnt, der Zeit von den späten Sechzigern bis hin zum Jahre 1974 widmet.
Wie schon die Vorgänger-Boxen ist auch Numero 3 dieser hochwertigen Sammlerstücke ein absoluter Genuss: Und das sowohl in musikalischer Hinsicht als auch vom Design des Produktes als solches.
Denn passend zum Style der Serie kommen die 4 Discs wieder in einer ausklappbaren Flap-Box mit zahlreichen seltenen Fotos und einem reich bebilderten Booklet ins Haus.

Benannt ist das Set wieder nach einem Berry-Song, namens „Have Mercy Judge“ aus dem auch das Eingangszitat stammt.
Warum manche Berrys 70ies-Output etwas zu schmähen scheinen, erschließt sich einem zu keiner Sekunde.
Chuck bleibt natürlich seiner Storyteller-Tradition treu – so entwirft er Im titelgebenden Song und „Tulane“ etwa die Geschichte von Tulane und Johnny, die einen „novelty shop“ betreiben, jedoch offenbar demeritorische Güter unterhalb der Kasse lagern.

Darüber hinaus wartet „Have Mercy“, die Box, auch mit einigen Instrumentals und natürlich Berrys Hit-Single, dem zweideutige „My Ding-A-Ling“, auf.
Chuck experimentierte zu dieser Zeit ua. auch mal mit einem Wah Wah-Pedal und überhaupt unterstreicht dieses Boxset einmal mehr, die Bandbreite dieser Legende.
Mal spielt er Piano, dann hat er wieder seine wunderbare Gibson umgehängt um seine Signature-Licks abzufeuern, nur um im nächsten Moment „My Babe“, das Wllie Dixon für Chucks Labelkollegen Little Walter schrieb, zu covern oder einen Hank Williams-Song („Jambalaya“) einzuspielen.
Eine Disc enthält überdies einige Live-Recordings und so werden dann auch zahlreiche Hits von Berry aus den Fifties und Sixties, wie „Sweet Little Sixteen“ oder „Promised Land“ gefeatured.

Vieles von dem was hier zu hören ist, war bislang unreleased.
Diese absolut gelungene Zusammenstellung wird so nicht nur für Sammler zur Fundgrube.

Let it roll on………

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(12. Juli 2010)

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Daten zum Album
HAVE MERCY: HIS COMPLETE CHESS RECORDINGS 1969 TO 1974 2010
Produktion
Interpret Chuck Berry Besetzung
Aufnahmedatum 1969 -1974
Gastmusiker
Label Universal Lauflänge
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