The Legendary Berlin Concerts

Ein Album von Willy DeVille
Im Jahr 2002 beehrte Willy Deville Berlin um sein 25 jähriges Bühnenjubiläum zu feiern.
25 Jahre in denen er seine Mischung aller amerikanischen Musikrichtungen zelebrierte: Blues, Rock N´ Roll und Rockabilly, Soul und auch Country, einer Prise Jazz sowie Cajun und Zydeco.
Diese Jubiläumsauftritte gibt es nun endlich auch als DVD -
Nur leider aus traurigem Anlass.
Denn am 6. August 2009 starb Willy Deville.
Die Besprechung dieser Livemitschnitte muss so unweigerlich zum Nachruf werden an einen Musiker, der sich nie um Konventionen scherte und der unbeirrt seinen ganz eigenen Weg ging- ob der jetzt mit dem Geschmack des Mainstreams konform ging oder nicht.
Dass bei Willy im Februar Hepatitis C festgestellt wurde, beunruhigte die Fans bereits.
Doch es kam noch schlimmer: Im Juni kam die Diagnose Bauchspeicherldrüsenkrebs im Endstadium,
bis einen im August schließlich die letzte tragische Nachricht vom Ableben des William Borsey Jr. , wie er mit bürgerlichem Namen hieß, ereilte.
Wieder ist ein ganz Großer von uns gegangen. Deville war ein echtes Original, der einfach eine unverwechselbar verlebte Stimme hatte.
“The Legendary Berlin Concerts“ trägt den Untertitel “In memoriam (1950-2009)“.
In 198 Minuten wird das Leben Devilles zelebriert und zeigt sehenswertes Material von Willy.
Disc 1 enthält neben diversen Boni wie einem After Show – Special oder einer Biographie das vollständige Konzert Devilles vom 21. März 2002.
Der Gig in der Columbia Halle fand quasi vollständig unplugged statt.
Die 17 Songs umfassende Setlist setzt sich sowohl aus zahlreichen Coverversionen („Keep A Knockin´/Sea Cruise“, Shake, Rattle And Roll, Trouble In Mind, Hound Dog) als auch Eigenkompositionen wie „Storybook Of Love“, für das er sogar für einen Oscar nominiert war, zusammen.
Am 24. Juni desselben Jahres stöpselte sich Willy mit seiner Mink Deville Band im Berliner Metropol in die Amps ein. Diese Show , die als „Bonus“ optionale Untertitel hat ist auf Disc 2 verewigt.
20 Songs lang gibt es wieder einen Mix aus Coverversionen wie zB. Elvis Presleys „One Night Of Sin“ und Devilles eigenen Songs.
Highlight: der heavy Deltastampfer “Goin´Over The Hill”.
Das Konzert wird von Devilles eigenwilliger Einspielung von „Hey Joe“ beendet.
Sicher vermisst man nach dem Verklingend es letzten Akkords, wie auch auf Disc 1, einige Klassiker um die es schade ist, dass sie es letztlich nicht ins Set geschafft haben.
Inwieweit „The Legendary Berlin Concerts“ also wirklich „legendary“ sind, bleibt dahin gestellt.
Dennoch eine solide Veröffentlichung, die natürlich Pflichtkauf für Willy Deville–Fans ist.
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