American Classic

Ein Album von Willie Nelson
"Fly Me to The Moon", "Come Rain or Come Shine", "Baby, It´s Cold Outside","Angel Eyes" ,"Since I Fell For You"……
Allesamt amerikanische Klassiker.
An "American Classic" ist auch ihr Interpret: Willie Nelson-Countrylegende, Musikurgestein und Schauspieler.
Auf American Classic, dem Album, widmet sich Willie, die Songtitel verraten es schon, einer seiner großen musikalischen Lieben: dem Jazz und covert eine Reihe von Standards des Genres (aber nicht nur).
Das heißt unser Shotgun Willie, also der Countrysänger, hat Pause.
Da ist es nur passend, dass seine neueste Platte auf dem legendären Jazzlabel Blue Note erscheint.
Schon immer hatte Nelson einen Hang zum Jazz.
Bereits in den 70ern begab er sich mit "Stardust" erfolgreich auf diese Pfade und erst kürzlich begeisterte er mit der Wynton Marsalis Kollaboration “Two Men With the Blues“.
Den auf diesen Platten eingeschlagenen Weg setzt er nun konsequent fort, nur wesentlich ruhiger als beim vergleichsweise ausgelassenen Duett mit Marsalis.
Mal gibt sich Willie swingend, dann wieder betont bluesig.
Immer jedoch ist er mit mächtig Spaß bei der Sache und immer seeeeeeeeeeeeeehr relaxt.
Großartig Neues wird hier leider keinem Song abgewonnen, dennoch schafft es Nelson kraft seiner Stimme, dass die meisten Covers ausgesprochen gut funktionieren.
Außer bei "Always On My Mind":
Schon Nelsons Cover aus den 80ern kam zu keinem Zeitpunkt an Elvis Presleys Version des Songs heran. Woran auch – wenig verwunderlich- der biedere Lounge-Anstrich, den der Song auf "American Classic" erhält, nichts ändert.
Bei zwei Songs bekommt Nelson noch Unterstützung von zwei prominenten Duettpartnerinnen und Labelkolleginnen: Diana Krall und Norah Jones.
Mit Ersterer zurückhaltend „If I Had You“ interpretierend, mit Zweiterer dann wesentlich verspielter bei “Baby It´s Cold Outside“.
Fazit:
Wer ein neues Countryalbum erwartete, wird enttäuscht werden.
Doch da ist ja immer noch diese einmalige Stimme, die einfach so eigenwillig wunderbar ist, dass sie wohl in jedem Genre Akzente setzt.
Diesmal halt mehr in der Lounge als im verrauchten Honky Tonk.
Dennoch gelingt Nelson das Kunsttsück, das er auch im Jazz–Gewand nie gekünstelt wirkt.
Ein angenehm unaufdringliches Album ist es geworden, bei dem stets die leisen Töne dominieren:
Vielleicht ohne die ganz großen Überraschungen, dafür aber umso routinierter.
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