 |
Two Men With The Blues |
RSS 1.0 |
 |
| |
Two Men With The Blues

Ein Album von Willie Nelson und Wynton Marsalis
Blue Note.
Das legendäre Jazzlabel feiert 2009 sein 70 jähriges Bestehen.
Ein Label, das zahlreiche Klassiker im Jazzgenre hervorgebracht hat, sich jedoch nie groß um Genrebarrieren scherte (siehe Norah Jones).
Da passt es auch ganz gut, dass mit „Two Men With The Blues“ ein ungewöhnliches Genrekonglomerat aus Country, Blues und Jazz bei ebendiesem Label erscheint-
Alles unter der Ägide der lebenden Countrylegende Willie Nelson.
Diesmal heißt es allerdings nicht Willie und Waylon sondern Willie und Wynton.
Wynton Marsalis, gefeierter und insbesondere in den 90ern populärer Jazz-Trompeter und Sohn des berühmten Jazzpianisten Ellis Marsalis und der letzte Countryhippie.
Ein auf den ersten Blick mehr als unübliches Paar, das nur wenig gemeinsam zu haben scheint. Wäre da nicht der beiden Männer unsterbliche Liebe zum Blues und der Musik der amerikanischen Südstaaten.
Willie Nelson hatte zudem schon immer eine deutliche Affinität zum Jazz die über das Tragen von T-Shirts mit einem Bild Django Reinhardts hinausging und auch Marsalis war seit jeher jemand der die Grenzen des Jazz ausweitete.
Mit „Two Men With the Blues“ haben sie ein ungewöhnliches, eigenwilliges Live-Album eingespielt. Dokument einer Jamsession unter Freunden- komplett zwanglos, eher verspielt.
Aufgenommen an zwei Abenden im New Yorker Lincoln Center zeigen die Beiden wie man mühelos Genrebarrieren überspringt, während eines Songs die Stilrichtung wechseln kann aber auch, dass nicht jede Kombination von Genres automatisch glücken muss.
Die Setlist setzt sich durchwegs aus Klassikern und Standards zusammen:
„Bright Lights, Big City“ von Jimmy Reed, ebenso ein Tribut an den Driftin´ Cowboy himself, Hank Williams, mit „My Bucket´s Got A Hole in it“ oder eine Würdigung des Gitarrenpioniers Merle Travis mit einer Einspielung seines „That´s all“ finden sich da.
„Georgia On My Mind“, das ja ein großer Hit für Nelson war, darf selbstredend auch nicht fehlen.
Hier sind wahre Könner am Werk. Denn die unglaubliche Relaxtheit mit der alle beteiligten Musiker spielen ist schon eine eigene Kunst für sich.
Insbesondere Nelson soliert irrsinnig songdienlich - natürlich auf seiner alten, komplett abgespielten Martin-Akustikgitarre namens Trigger (benannt nach dem Pferd von Roy Rodgers).
Was bei der beschwingten Neuinterpretation lieb gewonnener Klassiker auffällt ist, dass den beiden hier der Jazz genauso nahe ist wie der Blues.
Davon profitieren nicht alle Songs.
Marsalis kann eben nicht aus seiner Haut und oft spielt er etwas zu autoritär Jazzharmonien wo sie nicht unbedingt gut hinpassen. Nicht jeder Countrysong eignet sich nun mal für die Jazz-Umarrangierung. Aber OK, der Mann kann fraglos spielen und wenn sich Nelson und sein Kumpel an der Trompete erst mal eingegroovt haben und hinter ihnen die Band langsam aber beständig vor sich hin kesselt, weiß der anspruchsvolle Zuhörer, dass er ein besonderes Album im Player hat.
Ein schönes Album, das also sowohl den Country bzw Nelson Fan als auch den Bluesliebhaber wie den Jazzafficionado anspricht.
Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen
|
|
Daten zum Album
|
Two Men With The Blues 2008
Produktion
Interpret
Willie Nelson und Wynton Marsalis Besetzung Willie Nelson, Wynton Marsalis,Mickey Raphael,Walter Blanding,Dan Nimmer,Carlos Henriquez,Ali Jackson
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label Blue Note Lauflänge
|
Kommentare zu dieser Kritik
|
Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen
|
|