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Where Blues Meets Rock April 2010
Where Blues Meets Rock April 2010

Ein Album von Various Artists

„Where Blues Meets Rock“, das ist nicht nur der Titel einer Compilation-Reihe aus dem Hause Provogue, sondern auch ein passendes Motto für den Plattenspiegel im Monat April , der ganz im Zeichen des Blues und Rock steht, aber auch Nachschub für Freunde metallischen Shreds bietet:
Den Anfang machen RENEGADE CREATION mit ihrem ersten, selbstbetitelten Album.
Renegade Creation, das ist eine Quasi-Supergroup bestehend aus den Gitarristen Michael Landau und Robben Ford, sowie dem Bassisten Jimmy Haslip und Gary Novak an den Drums.

Landau ist einer DER Sessioncracks der Gitarrenszene, dessen markanter Ton und geschmackvolles Spiel auf zahllosen Alben zu hören ist. Alle aufzuzählen würde den Platz heillos sprengen, ein kurzer Auszug aus der illustren Liste der unterschiedliche Künstler für die Landau bereits gearbeitet hat sei dennoch gewährt: Neil Diamond, Kenny Rogers, Linda Ronstadt, Gene Simmons, George Benson, Michael Jackson………..
Ja, so kann das gehen. In unseren Breitengraden ist Landau vermutlich nicht allzu vielen ein Begriff, die Chancen, dass man ihn jedoch schon mal gehört hat, stehen alles andere als schlecht.
Der nächste Mann an der Sechssaitigen bei Renegade Creation ist Robben Ford, der einst mit seinen Brüdern in der Charles Ford Band musizierte und den seine Solokarriere auch in die Gefilde
des Jazz gebracht hat - Man denke nur an seine viel beachtetet Kollaborationen zusammen mit Mr.335 Larry Carlton.
Jimmy Haslip ist dem Fusion-Fan von den Jellowjackets bekannt und genauso wie Drummer Gary Novak, der schon mit George Benson und Chick Corea die Sticks schwang, kann auch er auf eine illustre Karriere zurückblicken: so spielt er schon mit Donald Fagen von Steely Dan oder auch Tommy Bolin.

Die Bündelung dieser vier Kräfte resultiert in einem gut abgehangenen Mix aus erdigem Bluesrock und Fusion. Dabei ist das Album jedoch erfreulicherweise nicht bloß eine Aneinanderreihung von beeindruckenden Soloeinlagen der jeweiligen Protagonisten. Ganz im Gegenteil, die Herren haben auch Songs zu bieten, die allerdings nicht immer voll ins Schwarze treffen.
Robben Ford macht einen Song mit dem vielversprechenden Titel „Soft In Blue Jeans“ nicht unbedingt besser, wenn er den Leadgesang übernimmt. Landau hingegen schafft es einen Groover wie „What´s Up“ auf die nächste Stufe zu hieven.
Für Freunde progressiver Jams und Anhänger der jeweiligen Musiker ist RENEGADE CREATION auf alle Fälle eine interessante Ergänzung der Kollektion.
Live dürfte sich die Interaktion zwischen Landau,Ford, Haslip und Novak überdies als besonders interessant erweisen.

Anspieltipp: „What´s Up“
Fazit: 4 von 6 Sternen

Nach dem viel beachteten „Peace Machine“ meldet sich der Kanadier PHILIP SAYCE, der schon mit Jeff Healey und für Melissa Etheridge spielte, mit seinem zweiten Album zurück. Vollmundig INNER REVOLUTION betitelt, passt der Titel, den sein neuestes Werk trägt besser als gedacht. Denn die Revolution scheint tatsächlich eher eine nach innen gekehrte zu sein. Äußerlich ist da nämlich immer noch der stürmische Hendrix-Adept in ihm. Das Wah Wah-Pedal wird bei ihm in „Voodoo Child“-Manier besonders häufig bemüht und auf „Gimme Some More“ muss man unweigerlich an „Fire“ denken.
Sayce begeistert auf „INNER REVOLUTION“ mit einigen guten Riffs und tollen Soli – Der Mann würgt seine Gitarre, dass es eine wahre Freude ist.
Überdies scheint immer wieder- insbesondere im Songwriting-auch der Einfluss von Lenny Kravitz durch – dieser ist ja selbst auch maßgeblich von James Marshall Hendrix inspiriert.
So findet auf Sayce´ zweitem Longplayer doch noch eine, wenn man denn so will, Revolution statt-
Mit am stärksten ist Sayce auf den wunderschönen gefühlvollen Balladen des Albums, die mit markantem Pianoeinsatz tatsächlich immer wieder an Herrn Kravitz gemahnen.
Fast könnte der sympathische Gitarrist durchaus auch am eher Mainstream-orientierten Markt seine Zuhörer finden.
Sayce sollte man jedenfalls unbedingt im Auge behalten. So gibt es einige Anspieltipps: Bitter Monday, Anymore, Daydream Tonight und Little Miss America.
Fazit: 4.5 von 6 Sternen

Etwas ruhiger als Sayce lässt es der erst 23-jährige SCOTT MCKEON mit „TROUBLE“ (3 von 6 STERNEN)angehen. Von selbigem merkt man bei seinem teils bedächtigen allerdings nichts. Auf dem zumindest angenehm unaufdringlichem Album spielt er ähnlich wie sein Label-Kollege, der Holländer STEPHAN SCHILL mit „DON´T SAY A WORD“ (3 von 6 Sternen) keinen lupenreinen Bluesrock - das dargebrachte Repertoire hört sich dabei jedoch streckenweise allzu brav und großteils wenig aufregend an. MITCH LADDIE komplettiert das Trio der Nachwuchsgitarristen auf Provogue Records und legt mit „THIS TIME AROUND“ sein Debut vor. Die Stevie Ray Vaughan and Double Trouble- und Jimi Hendrix-Bezüge sind dabei stets offensichtlich. Laddie, der Protegé von Walter Trout, gibt sich immer wieder sehr funky, was in „Papas Got A Brand New Bag“ von James Brown gipfelt. Das nervös-nervige Riff „This Time Around“ hätte er sich allerdings lieber schenken sollen und mit der Coverversion von BB Kings „Rock Me Baby“ hat er sich auch keinen Gefallen getan. Daran ändert auch der Gastauftritt von Walter Trout nichts. Fazit: 3 von 6 Sternen.
Man sollte die drei Nachwuchstalente dennoch im Auge behalten. Auch wenn die jeweiligen Alben nicht eben Großtaten darstellen, ist es sicher interessant den weiteren musikalischen Werdegang der drei zu verfolgen.

Wer ob der vielen teils neuen Künstler hier noch etwas skeptisch ist, kann sich mit der eingangs kurz erwähnten, mittlerweile achten Volume des „Where Blues Meets Rock“ Samplers einen guten Überblick über die Bluesrock-Veröffentlichungen aus dem Hause Provogue machen.

Hart und metallisch lässt es hingegen KIKO LOUREIRO auf dem allzu passend betitelten „FULLBLAST“ angehen. Der Name ist dabei Programm. Der brasilianische Gitarrist shreddet sich in Lichtgeschwindigkeit durch eine Mischung aus Metal mit dezenten Jazzanleihen.
Technisch ist das fraglos beeindruckend, richtige Songs gehen einem dabei jedoch oft ab.
Das fast permanent durchgetretene Gaspedal führt schon beim zweiten Track zur Ermüdung.
„Fullblast“ ist sicher was einzelne Songs anbelangt gut gelungen.
Wer sich allerdings selbst als beinharten Fan progressiven Shreds bezeichnen kann , wird unter Umständen durchaus seine Freude daran haben.
FAZIT: 3 von 5 Sternen

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(08. April 2010)

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Daten zum Album
Where Blues Meets Rock April 2010 2010
Produktion
Interpret Various Artists Besetzung
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label Provogue Lauflänge
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