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Headbangers Ball: Volume 2
Headbangers Ball: Volume 2

Ein Album von Various Artists

Wenn man Musik nach Gewicht abmessen könnte, dann wäre diese Schwerstmetall-Kompilation wohl mit drei Panzern abzuwiegen. Und vielleicht - schließlich haben wir es mit einer Doppel-CD zu tun, die insgesamt über zweieinhalb Stunden aus den Lautsprechern dröhnt - noch mit einem Häuserblock oben drauf. HEADBANGERS BALL: VOLUME 2 heißt das zusammengekloppte Geknüppel, das dort nachlegt, wo die erste Zusammenstellung schon Freunde und Käufer fand.

Was sich da so an Rang und Namen ansammelt, kann sich durchaus sehen lassen. Um eine möglichst breite Käuferschicht anzusprechen, finden sich untote Haudegen ebenso wie frische Recken, große Namen neben kleineren. Und sollten die ganzen superharten Gesellen namentlich dem einen oder anderen Interessenten vielleicht nicht geläufig sein, so werden die Eröffnungstracks von Slipknot und Korn sicher auch den Metal-Novizen anlocken.

Getreu dem momentanen Retro-Trend in der Metalszene sind denn auch neben den Übriggebliebenen wie Megadeth und In Flames frischere Combos dabei, die den gestrigen Sound pflegen, als hätte es die letzten 15 Jahre nie gegeben. Besonders verdächtig: unsere Freunde von Killswitch Engage. Aber auch Shadows Fall und Avenged Sevenfold dürfen sich gerne angesprochen fühlen. Auf CD Nummero Uno sind auch noch ein paar andere große Namen zu finden: Drowning Pool fühlen sich mit neuem Sänger ganz wohl, Kittie kriegen immer noch den Kleine-Mädchen-ganz-laut-Bonus, und Soulfly schreien ja ohnehin alles nieder, was bis drei nicht aus der Band ausgestiegen ist.

Die zweite CD überrascht mit Namen, die eher Szenen-Interessierten geläufig sein dürften: Hallo, Children of Bodom, auf Wiedersehen, Deicide. Cradle of Filth röcheln "Kauft das neue Album", Satyricon klingen wie Warwick Davis auf Speed, und Dummi Burger - Verzeihung: Dimmu Borgir - stellen mit dem allerletzten Track sicher, dass man die CD ohne Gewissensbisse ausmachen darf. Erfreulich: Die Verrückten vom Dillinger Escape Plan, deren Chaos-Freejazz-Punk-Metal-Gezappel enorm befreiend klingt.

Natürlich ist so eine Kompilation immer ein Werbeträger - die netten Menschen, die diese CDs zusammenstellen, hoffen ja, daß man die eine oder andere Band entdeckt und dann deren Alben kauft. In Amerika wird freilich noch darauf abgezielt, daß der Hörer die dazugehörige Fernsehsendung sieht und zur passenden Tournee geht - wo das Ozzfest schon seit Jahren die Massen anzieht, ist doch sicher noch mehr zu holen.

Doch, doch: Viel gibt's zu hören - irgendwie zu viel. Zumal Überraschungen rar gesät sind: Nicht mal HIM fallen hier aus dem Rahmen (mit "Your Sweet Six Six Six", dem einzigen Track, der vor 2003 entstanden ist). Die Zusammenstellung ist homogen und bietet viel Krach für's Geld, aber da sind wir wieder beim Gewicht: Die schiere Menge erschlägt jeden Hörer. Und irgendwann klingen sie alle gleich, die feinen Leute, deren eigene Identität bei aller Fixierung auf ganz harten Metal hier irgendwie abhanden kommt. Aber wenigstens ist drin, was draufsteht, und wer nach über 140 Minuten Headbangen immer noch keine Nackenschmerzen verspürt, kriegt eine Mann-beißt-Musik-Ehrenmedaille.

Eine Rezension von Christian Genzel
(26. November 2004)

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Daten zum Album
Headbangers Ball: Volume 2 2004
Produktion
Interpret Various Artists Besetzung
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label Lauflänge
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