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The Live Anthology
The Live Anthology

Ein Album von Tom Petty And The Heartbreakers

„The Heartbreakers have always been a live band first“ schreibt Tom Petty im Vorwort des Booklets von “Live Anthology”.

Eigentlich verwunderlich, wenn man sich in diesem Zusammenhang die Tatsache vergegenwärtigt, dass man die offiziellen Live-Alben der Heartbreakers, immerhin eine der erfolgreichsten US-Bands, bequem an einer Hand abzählen kann.
Da wäre zum Einen der ´77er Promo „Official Live ´Leg“, der schon mal nicht als reguläres Album durchgeht und „Pack Up The Plantation: Live“ aus den 80ern.
Ansonsten sieht´s da eher düster aus.
OK, kürzlich gab es noch den ausufernden von Peter Bogdanovich inszenierten Film „ Running Down A Dream“, der wie Scorseses Versuch mit den Stones bei „Shine A Light“ hinter den gehegten Erwartungen zurückblieb.
Immerhin erfreute die DVD-Version des Streifens mit einem in Gainesville aufgenommenen Jubiläumskonzert, bei dem allerdings unzählige essentielle Songs der Bandhistorie aus welchen Gründen auch immer nicht gespielt wurden.

So als wollte man diesen Zustand bzw. Missstand berichtigen, kommt nun „Live Anthology“ in die Läden. Und ganz so als wolle man den Mangel an ordentlichen Livemitschnitten in der Diskographie der Band kompensieren, handelt es sich dabei um ein 4 Discs umfassendes Boxset.
Als von Seiten der Band bzw. von Petty vor einiger Zeit ein extensives, karriereumspannendes Boxset angekündigt wurde, dachte man schon Petty wolle Neil Young und seinen Archives Konkurrenz machen.
Ganz so gigantomanisch ist es letztlich doch nicht geworden, zumindest wenn man sich die Standard-Version zulegt.

Nun die Vorarbeiten dürften sich laut Petty dennoch reichlich extensiv gestaltet haben, wühlte man sich doch durch zig bei diversen Konzerten aufgenommene Songs.
Eine Sisyphos-Arbeit, die sich jedoch gelohnt zu haben scheint: immerhin förderte man einige nette Raritäten zutage.

Petty macht klar, was diese Box nicht sein soll: „the greatest hits, played faster“.
Dass sich dennoch unzählige Band-Standards und viele der bekanntesten Stücke der Heartbreakers „eingeschlichen“ haben, dürfte allerdings niemanden ernsthaft verwundern.
Diese werden aber in derart energetischen Versionen dargeboten, dass auch sattsam Bekanntes noch zu begeistern vermag.
Ärgerlich ist hingegen, dass man einige der schwächeren Songs der Heartbreakers spielt und dabei eine von Pettys größten Glanztaten, das „Wildflowers“-Album, fast zur Gänze links liegen lässt.
Zwar bekommt man etwa den Titeltrack, „Cabin Down Below“ und „Honey Bee“ wären aber fraglos schöner gewesen.
So sind es die immer wieder eingestreuten, seltenen Coverversionen, die dieses Boxset letztlich interessant machen:
Großartig etwa die Version von „Diddy Wah Diddy“.
„Oh Well“ aus der Phase als Fleetwood Mac mit Peter Green Blues spielten kennt man aber in nahezu identer Interpretation schon vom oben angesprochenen „Runnin´Down A Dream“.
„I´m A Man“ wiederum stammt sogar aus ebenjenem Konzert.
Wesentlich spannender sind da schon „I Just Want To Make Love To You“ oder Booker T´s „Green Onions“ -das wird zwar nahezu note-for-note wie das Origina gespielt, grooved aber natürlich ohne Ende und hat den Seltenheitsfaktor absolut auf seiner Seite.

Fazit: Petty-Komplettisten kommen um die Anschaffung wohl nicht herum. Dank schöner Sammleraufmachung und den gelungene Coverversionen stellt man sich „Live Anthology“ gerne in die Vitrine. Das letzte Wort in Sachen Petty Live Album bleibt dennoch unausgesprochen.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(17. Feber 2010)

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Daten zum Album
The Live Anthology 2009
Produktion Tom Petty, Mike Campbell, Ryan Ulyate
Interpret Tom Petty And The Heartbreakers Besetzung Tom Petty, Mike Campbell, Benmont Tench,Ron Blair,Stan Lynch,Howie Epstein , Scott Thurston undSteve Ferrone
Aufnahmedatum 1978-2007
Gastmusiker
Label Universal Lauflänge
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