Vendetta

Ein Album von Throwdown
Menschen, die Pressemitteilungen schreiben, finden ja immer alles gut. Alles ist großartig, alles ein Event, das Angepriesene natürlich unverzichtbar und so sensationell, daß der Enthusiasmus förmlich vom Papier springt und einem um den Hals fallen will. Natürlich sind die Autoren dieser Mitteilungen privat ebensolche Nörgler wie der nette Musikjournalist von nebenan, aber irgendjemand muß den Krempel ja an den Mann - sprich: den Käufer - bringen.
So, und weil wir schön langsam die Kurve zur heute anstehenden Rezension des neuen Throwdown-Albums VENDETTA kriegen müssen, sei darauf hingewiesen, daß im dazugehörigen Beipackzettel verraten wird, es handle sich um "die nächsten Pantera". Black Flag wären angesichts der Lyrics "proud", und freilich entstammt die zu hörende Wut der Tatsache, daß hier die Unterschicht ihren Unmut über Arbeitslosigkeit und Armut der viel zu reichen Restbevölkerung von Amerika ins Gesicht schleudert. Wir wollen auch nicht verschweigen, daß die CD eine der härtesten überhaupt ist - und zwar nicht nur des laufenden, sondern jedes beliebigen Jahres. Quasi Throwdowns Geschenk an die darbende Metal-Gemeinde.
Wir verstehen, daß so etwas in der Pressemitteilung stehen muß, denn die Wahrheit sähe natürlich nicht so verkaufsfördernd aus: "Throwdown sind superhart, und deswegen klingt auch jeder Song gleich. Die konsequente Verweigerung von Melodien zieht sich durch Musik und Gebrüll. Dynamik und Abwechslung sind der Band eher unbekannte Konzepte. Es gibt einen Gastauftritt von Killswitch-Engage-Shouter Howard Jones, aber wenn wir das nicht dazugeschrieben hätten, würden Sie das gar nicht hören."
Man könnte die Presseinfo freilich auch neutraler formulieren: "Throwdown bieten eine volle Breitseite Metalcore mit extrem harten Riffs und viel Lautstärke. Shouter Dave Peters' Stimme gleicht einem Donnerhall, die fette Produktion von Zeuss (der schon bei Shadows Fall hinter dem Mischpult saß) sorgt für den nötigen Druck. Die Songs 'Vendetta' und 'We Will Rise' krachen energiegeladen durch die Boxen, während das massive, eher langsame 'Annihilation' unnachgiebig voranschreitet."
Nein, das funktioniert nicht so gut. Bleiben wir bei der Ehrlichkeit: "Bitte kaufen Sie das Album von Throwdown, damit der Firmenchef seinen Wagen abbezahlen kann. Die Jungs von Throwdown sind privat sehr nette Burschen, die viel Spaß an ihrer nicht sonderlich originellen Musik haben. Sie alle werden es Ihnen danken."
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