Eat A Peach

Ein Album von The Allman Brothers Band
„And oh I ain't-a wastin’ time no more!
'Cause time goes by like … hurricanes … and faster things“
Diese Textzeile stammt aus dem Opener „Ain´t Wastin´Time No More“ des Albums, das für die Allmans zu einem der wichtigsten ihrer Karriere werden sollte und während dessen Entstehungszeit sich ihr Schicksal endgültig entschied.
Nein, die Allmans hatten wahrlich keine Zeit zu verlieren, geschweige denn zu verschwenden!
Das Leben ist allzu kurz, was ihnen auf die bitterste nur erdenkliche Art klar werden musste.
Dabei schien nichts und niemand den raketenhaften Aufstieg der Urväter des Southern Rock aufhalten zu können.
Erst hatten sie mit ihrem genialischen Livealbum „At Fillmore East“ ihren Ruf als einer der heißesten Liveacts des Landes und als einer der besten Bands der damaligen Zeit manifestiert, da kam es zur Tragödie.
Der Bandleader und visionäre Slidegitarrist Duane Allamn stirbt bei einem Motorradunfall.
Die Arbeiten zu ihrem nächsten Studioalbum, das „Eat A Peach“ heißen sollte, waren noch nicht fertig, wenngleich Duane schon einige Songs fertig aufgenommen hatte- Sie sollten sein Vermächtnis werden, was zum Zeitpunkt der Entstehung natürlich keiner wusste. Dennoch ist die Stimmung merklich düster.
In Interviews berichteten Bandmitglieder öfter von dunklen Vorahnungen Duanes und dass der Gitarrist scheinbar wusste, dass seine Zeit auf Erden nur sehr begrenzt war.
Die Band jedenfalls war fassungslos. Niemand konnte den so plötzlichen Abgang verstehen. Alle fragten sich ob sie überhaupt weitermachen oder einfach alles hinschmeißen sollten.
Die Aufnahmen die Duane vor seinem jähen Ableben gemacht hatte standen jedoch noch immer im Regal.
Nein, wie konnten sie jetzt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören?
Mit Sicherheit wäre das nicht im Sinne Duanes gewesen, der immer am festesten an seine Band und ihren Erfolg geglaubt hatte.
Also machten sie sich an die Arbeit.
Drei neue Songs wurden noch ohne Duane eingespielt.
Das fertige Album ist quasi dreigeteilt- in Songs der Post-Duane Ära, in Live Songs und in Studioaufanhmen noch mit Duane an der Gitarre.
Es beginnt mit den drei damals neuesten Kompositionen, die alle nach Duanes Tod entstanden sind.
Es sind düstere Stücke, die das Leben reflektieren.
Der eingangs erwähnte Opener ist ein reumütiges Revue- passieren- lassen des eigenen Lebens.
Dickey Betts, der sich plötzlich als alleiniger Gitarrero wiederfand, ist für das nächste Stück verantwortlich „Les Brers in A Minor“.
Und, oh Mann, das ist reiner experimenteller Jazz, immer nah am Psychedelic Rock.
Einfach ein Beweis dafür, zu was für musikalischen Höhenflügen die Allmans fähig waren. Sicherlich für manche Hörer etwas überfordernd, aber seltsam schön nichtsdestoweniger.
Dann gibt es noch den Liveteil des Albums. Live im Fillmore aufgenommene Tracks die einen Duane Allman in Höchstform zeigen.
Bluesstandards von Sonny Boy Williamson bzw Elmore James und Muddy Waters werden in wütenden, feurigen Versionen gespielt (Trouble No More und One Way Out).
Mit „Eat A Peach“ haben die Allmans im Bereich des Studioalbums ( auch wenn ein paar Songs live sind) das geschafft, was ihnen schon einige Zeit zuvor im Sektor der Livealben mit „At Fillmore“ gelungen ist.
Sie sind hier absolut am Höhepunkt ihrer Kunst angekommen.
Die Platte sollte ihre bis dato erfolgreichste werden- Jetzt gibt es sie als Reissue in einer luxuriösen Doppel CD-Version von Universal, die neben dem Studioalbum auch noch ein komplettes Konzert der Band im Fillmore enthält.
Und all das im originalen psychedelischen Klappcoverdesign!
Trotz der traurigen Grundstimmung des Albums hört man eine Band mit umwerfender Spielfreude am absoluten Zenith.
„Eat A Peach“ wurde Duanes Schwanengesang- und was für einer:
Fazit: Das vermutlich beste Studioalbum der Allmans!
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