The Beatles - A Hard Day´s Write

Ein Buch von Steve Turner
“He bag production he got walrus gumboot
He got Ono sideboard he one spinal cracker
He got feet down below his knee
Hold you in his armchair you can feel his disease
Come together right now over me”
Ja, die Texte vieler Songs der Fab Four lassen rätselhafte Bilder vor dem geistigen Auge des Zuhörers entstehen, die zahlreiche Deutungsansätze zulassen.
Was steckt hinter „Come Together“, aus dem das Eingangszitat stammt?
Was bewog die Songwriter zu der Schilderung der psychedelischen Traumwelt mit den „marmalade skies“ in „Lucy In The Sky With Diamonds“, wer zum Henker war eigentlich Dr. Robert und was hat es mit einem Garten des Oktopus auf sich?
Wen all das interessiert, der dürfte an der überarbeiteten Neuauflage von „A Hard Day´s Write“ des britischen Autors Steve Turner seine Freude haben.
Denn Turner, der ua. schon für den Rolling Stone und den NME (New Musical Express) geschrieben hat, bringt mit seinem in Anlehnung an einen der berühmtesten Songs der Liverpooler betitelten Buch Licht in das Dunkel dieser Fragen.
Dabei wird jedes Album der Beatles in chronologischer Reihenfolge untersucht: von „Please Please Me“ bis zum finalen „Let It Be“.
Selbst die nach dem Auseinanderbrechen der Beatles veröffentlichten Compilations mit (zum damaligen Zeitpunkt) unveröffentlichtem Material werden nicht ausgespart.
Gut, der langjährige Beatles-Enthusiast wird trotzdem zahlreiche der hier abgedruckten Geschichten schon kennen.
Doch selbst Leuten, die in Musik-Historie bewandert sind, könnte das Buch noch einige bislang unbekannte Anekdoten und Einblicke näherbringen.
Turner hat einen angenehmen Schreibstil - den kleinformatigen Schmöker kann man gut lesen und nebenbei eine Platte der Fab Four laufen lassen.
Die mitreißenden Erzählungen laden ja auch ein, die eine oder andere Platte neu zu entdecken
- quasi revisited.
Einen Nachteil hat das Buch jedoch:
Denn der Untertitel „Die Storys zu allen Songs“ ist leider irreführend und trifft auch bei weitem nicht zu.
Zwar lässt Turner kein Album aus, sehr wohl verzichtet er aber auf zahlreiche Songs in seiner Vorstellung: Denn alles was nicht aus der Feder von McCartney, Lennon, Harrison und Starr stammt, kommt im Buch schlichtweg nicht vor.
Das ist nicht nur der Vollständigkeit halber ärgerlich sondern auch insbesondere deshalb, weil so viele interessante Anekdoten, die im Zusammenhang mit den zahlreichen Coversongs, die im Programm der Beatles waren, einfach nicht beachtet werden: Man erinnere sich nur an die Episode mit Carl Perkins bei „Honey Don´t“.
Turner liefert dem Pilzkopf-begeisterten Leser trotz dieses Mangels eine kurzweilige Lektüre, das zudem von zahlreichen netten Fotos der Fab Four illustriert wird.
Obwohl es mit der Vollständigkeit nicht allzu weit her ist und man sich bei manchem Song doch noch mehr Informationen gewünscht hätte, bleibt „A Hard Day´s Write“ äußerst lesenswert und lädt immer wieder zum Nachschlagen und Schmökern ein.
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