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Live At Montreux 2005
Live At Montreux 2005

Ein Album von Steve Earle

Der „Hardcore Troubadour“ gastierte am Genfer See.
Steve Earle, seines Zeichens eine der eigenwilligsten Erscheinungen der Country Szene, spielte einen intimen Akustikgig .
Earle gefällt sich in der Rolle des Protestsängers der Neuzeit.
Was Dylan nicht mehr erledigt, nimmt er halt selbst in die Hand- stilecht inklusive atonaler Mundharmonika.
Dies wird auch in den zahlreichen Monologen bzw. Gesprächen mit dem Publikum deutlich.
Hier muss man natürlich bedenken, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Montreux – Gastspiels 2005 die Bush Admistration noch im Amt war.
Die Meldungen über den Irakkrieg bestimmten noch großteils die Berichterstattungen der Nachrichtensender.
Doch Earle ist eben nicht irgendeiner der Wichtigtuer der sich populären Meinungen anschließt, sondern ein Querdenker der sich seine eigenen Gedanken macht und diese umso grantiger mit der Akustikgitarre untermalt.
Apropos Gitarre: Seine semi – akustische Epiphone lässt er diesmal zu Hause. Wenn Earle nicht einen Verstärker für seine Akustik – Gitarre hinter sich stehen hätte, wäre das fast ein waschechter „Unplugged“ Auftritt.
Die Songs sind aufs nötigste reduziert, die Instrumentierung bewusst karg. Nur Earles kratzige, verlebte Stimme, sein na ja nenne wir es mal, charaktervolle Spiel auf der Mundharmonika und sein gefühlvolles Fingerpicking auf der leicht abgeschabten Gibson bestimmen den Sound.

Earles kontroversielles „Jerusalem“-Album war erst wenige Jahre alt.
Zur Info: Earles 10. Studiowerk schlug hohe Wellen. Besonders in konservativen Kreisen wegen seiner offenen Kritik am Irakeinsatzes der USA und hauptsächlich wegen dem Song „John Walkers Blues“, in dem Earle das Schicksal von John Walker Lindh, dem „amerikanischen Taliban“ verarbeitet.
Gut, dieser Song wird hier aus unerfindlichen Gründen ausgelassen -
Dafür gibt es den ebenso zynischen Titeltrack „Jerusalem“ oder „Rich Man´s War“.

Schade ist sicher, dass Earle nicht seine gesamten Band, die Dukes, an den Genfer See mitgebracht hat.
Der Rocker Earle kommt also zu kurz, ihm wird der nachdenkliche Songwriter in Earle vorgezogen.
Das spiegelt sich dann auch in der Setlist wieder.
Von Earles hart rockendem Hitalbum „Copperhead Road“ gibt es den Titeltrack in abgespeckter Version ohne E – Gitarre und “The Devils Right Hand”.
Mit nur 14 Songs von denen einige wirklich ziemlich kurz sind, ist Earles Montreux – Gastspiel auch recht knapp gehalten.

Ein eindringliches Konzert nichtsdestoweniger, das auch das beständige politisieren nicht vermiesen kann.
Zumal Earle nie die Predigeranwandlungen besitzt, mit der Bruce Springsteen neuerdings die Zuseher in Konzerten missioniert.

Wie immer in der renommierten Montreux – Reihe von Eagle Vision hat man die Wahl zwischen einer CD – Version und einer DVD.
Beide in glasklarem Klang; Die DVD – Version hat natürlich den immensen Vorteil, dass man Earle auf die Finger schauen kann.
Das ist zum einen natürlich für alle Gitarristen interessant, wertet das betont ruhige Konzert aber auch sonst enorm auf.
Zwischendurch wünscht man sich nämlich schon mal, dass Earle einen Zahn zulegen würde und
auch mal ein paar seiner wilderen Stücke auspacken würde.
Dennoch ein absolut sehens- bzw. hörenswertes Konzert., das jedoch bei weitem nicht alle Facetten dieses großen Countrymusikers zeigt.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(03. September 2009)

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Daten zum Album
Live At Montreux 2005 2005
Produktion
Interpret Steve Earle Besetzung Steve Earle
Aufnahmedatum 2005
Gastmusiker
Label EDEL/ Eagle Vision Lauflänge
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