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Copperhead Road RSS 1.0


Copperhead Road
Copperhead Road

Ein Album von Steve Earle

Wenn man über Country Rock spricht fallen meistens Namen wie die Eagles oder Gram Parsons.
Jene Pioniere der 60er bzw. 70er Jahre die den Lebensstil des Rock N´Roll mit Country mischten.
In diesem Zusammenhang muss man jedoch auch unbedingt den amerikanischen Singer Songwriter Steve Earle erwähnen.

Zu dessen wichtigsten Werken zählt „Copperhead Road“ aus dem Jahre 1988.
Die LP besiegelte in den 80ern seinen endgültigen Durchbruch, nachdem er mit ebenso hörenswerten Alben wie „Guitar Town“ schon für Furore und Kopfschütteln in Nashville gesorgt hatte.
Das Album war bei Erscheinen ein großes „Fuck You“, ein ausgestreckter Mittelfinger ins Gesicht des von Earle verhassten Country-Establishments in Nashville. Damit stieg Earle in die Fußstapfen von Leuten wie Waylon Jennings, die in den 70er die erste Garde der Outlaw- Countryszene bildeten und sich nicht dem Sounddiktat aus den Hitschmieden Nashvilles unterordnen wollten.
So wurde Earle zusammen mit Dwight Yoakam in den 80ern zur Gallionsfigur eines neuen Country – Sounds .

Passend ruppig und eckig kommt dann auch „Copperhead Road“ daher.
Ein Album, das trotz des nicht unbedingt mainstream – tauglichen Sounds eines seiner erfolgreichsten werden sollte .
Earle bezeichnete „Copperhead Road“ als die erste Verbindung von Heavy Metal und Country:
Und man merkt dem Album auch an, dass im Vorjahr (1987) „Appetite For Destruction “ von Guns N´ Roses erschienen ist und die Musikwelt umgekrempelt hat.
Jedenfalls wurde Earles dritte LP sowohl in der Country – Community ein Hit als auch bei den Rockfans der Achtziger.

Auch prominente Musikerkollegen konnte Earle mit seinem eigenwilligen Werk begeistern:
Bruce Springsteen ist Earle – Fan und kaufte von „Copperhead Road“ zum Erscheinen gleich mehrere Exemplare – so gut fand er die Platte, dass er sie auch an Freunde verschenkte.
Tatsächlich geht die Springsteen – Parallele aber noch viel weiter.
Copperhead Road“ ist stellenweise vom Sound der E- Street Band und Springsteens eigenwilliger Art Songs zu schreiben inspiriert:
Ohne dabei jedoch zur bloßen Kopie zu verkommen. Dazu ist Earle ein viel zu guter Songschreiber und dazu ist die Hillbilly – Komponente in seiner Musik zu deutlich.
Zudem geht Earle wesentlich weniger kommerziell zu werke als der Boss.
Wie man schon im Opener, dem Titeltrack hört. Earl erzählt von einem Moonshiner, also einem Alkoholschmuggler, dessen Sohn und dem Vietnamkrieg.
All das ist zunächst nur mit einer Mandoline untermalt. Mit zunehmender Spieldauer kommen mehr Instrumente hinzu, bis schließlich in einem Break ungefähr in der Mitte des Songs der Rock – Dynamo angeschmissen wird. Die Drums knallen so heftig wie beim Hard Rock und die Akkorde der Mandoline werden von den vollverzerrten Licks einer E- Gitarre ertränkt.

Als roter Faden ziehen sich politische Themen wie die Abrechnung mit der Reagan – Ära oder amerikanischen Traumata wie dem Vietnamkrieg sowie Erzählungen aus dem Leben von Underdogs, von den Leuten am Rande der Gesellschaft, durch das Album.
Wie zB. „Johnny Come Lately“ der die Geschichte eines Kriegsheimkehrers aus Vietnam erzählt der ganz im Gegensatz zu seinem Großvater der im zweiten Weltkrieg diente nicht mit Pauken und Trompeten und Ehrenkommitee in seiner Heimatstadt erwartet wird.

Einer der berühmtesten Songs ist sicher auch „The Devils Right Hand“, die Geschichte eines Jungen der von Pistolen fasziniert ist, was ihm in seinem späteren Leben zum Verhängnis werden wird.
Dese Geschichte erinnert an das Schicksal des Billy Joe in Johnny Cashs „Don´Take Your Guns To Town“ und schließlich wurde der Titel auch vom großen Man In Black gecovert, zu hören auf dem “Unearthed”- Boxset.


Universal legt Earles Album in ihrer wunderbaren Deluxe Edition – Reihe neu auf. Damit erhält Earles Werk eine angemessene Würdigung inklusive mustergültigem Remastering, ausführlichem Booklet, luxuriöser Aufmachung im Klapp – Digipak und einer zweiten Disc.
Bonusdiscs sind zwar oft überflüssig und erhalten selten etwas Neues., doch ist das hier ganz anders: CD 2 dokumentiert Liveauftritte Earles aus den Jahren 87-89.
Das alles war bislang großteils unveröffentlicht, ist aber umso hörenswerter.
Das Spektrum des Albums wird so noch erweitert, immerhin hört man bei den Livemitschnitten auch die Rockabilly – Nummern Earles (Nobody But You, My Baby Worships Me) oder das Stones-Cover „Dead Flowers“, ja da weiß einer wovon er singt.
Eine tolle Erweiterung ist diese CD, die trotz teils eher dumpfem Klang über einen reinen Bonus hinausgeht.

Fazit: Tolles Album in mustergültiger Neuauflage.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(03. September 2009)

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Daten zum Album
Copperhead Road 1988/ 2008 (Reissue)
Produktion Steve Earle, Tony Brown
Interpret Steve Earle Besetzung Steve Earle, Donny Roberts,Bill Lloyd,Bucky Baxter,Ken Moore, John Jarvis, Kelly Looney, Kurt Custer
Aufnahmedatum
Gastmusiker The Pogues
Label Universal/MCA Lauflänge 43:36
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