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Weltberühmt in Österreich: Austropop - Das Buch RSS 1.0


Weltberühmt in Österreich: Austropop - Das Buch
Weltberühmt in Österreich: Austropop - Das Buch

Ein Buch von Rudi Dolezal und Joesi Prokopetz

Zur schon vor einiger Zeit entstandenen gleichnamigen Doku von Rudi Dolezal, der einst Regie bei Falcos „Rock Me Amadeus“ führte, gibt es nun auch quasi ein Begleitbuch- dessen Inhalt großteils deckungsgleich mit dem der einzelnen Doku-Episoden ist.
Im für Dolezal-typischen Stil erlebt man als Leser eine Reise von den Anfängen des Austropop-also in eine Zeit bevor es diesen Begriff offiziell gab- über die Hochzeit des Genres bis hin zu seiner Zukunft .

Zukunft? Ja, gibt´s denn das überhaupt, wird sich so mancher fragen.
Ist dieses Genre nicht schon so gut wie tot? Mitnichten!
Dolezals Co-Autor, der Kabarettist und Verfasser der Lyrics von „Da Hofa“ Joesi Prokopetz, bestätigt es:
Tot ist der Pop österreichsicher Prägung noch lange nicht- bisweilen roch er nur ein wenig komisch.

Zugegeben. Es gab durchaus schon heftigere Lebenszeichen seit Ambros das erste Mal für eine Aufnahme in die Saiten langte-doch mit Exportschlager ( wow, was für ein Wortspiel….) Christl Stürmer und jüngst mit Diana Lueger/Zweitfrau oder der durch den Job als Opener für Lenny Kravitz und den Raiffeisen-Spot bekannt gewordenen Anna F. gibt es durchaus vermehrt Lebenszeichen österreichsicher Popmusik.
Von Saint Lu mit ihrem Sixties-beeinflussten Rock ganz zu schweigen.

Doch zurück zu „Weltberühmt in Österreich“, einem Titel wie er das Phänomen der österreichischen Popmusik gar nicht besser beschreiben könnte.

Präsentiert wurde das, laut Eigendefinition der Macher, Standardwerk zum Genre stilecht im Café Hawelka in der Wiener Innenstadt. Da gab es zwar keine Nackerten, wie es Georg Danzer einst besang, dafür aber ein Wiedersehen mit den Überlebenden der österreichischen Musikszene.
Autor Dolezal hofft, dass er niemanden ausgelassen hat.
Und es scheint ihm durchaus geglückt zu sein: Eigentlich wird alles, was im breitgefassten Spektrum österreichsicher Populärmusik Rang und Namen hat, auch im Buch vorgestellt.
Dem größten Pop und Rockmusik-Star österreichischer Herkunft, dem Falken Hans Hölzel alias Falco wird natürlich standesgemäß ein ganzes Kapitel gewidmet.

Und auch die üblichen Verdächtigen sind mit von der Partie: also die, die quasi die Definition des Wortes „Austropop“ sind: Wolfang Ambros, Reinhard Fendrich, Peter Cornelius und Co.
Dann dürfen natürlich auch die anderen nicht fehlen, die mit dem Begriff „Austropop“ zu Lebzeiten teilweise weniger anfangen konnten: Hansi Dujmic aka Dew Mitch oder der erst 2007 verstorbene Georg Danzer.

Dabei muss man aber auch festhalten, dass landläufig jeglicher Output österreichischer (Pop-)musik unter „Austropop“ subsumiert wird. Somit hat man auch Kurt Hauenstein alias Supermax oder Wickerl Adam mit seiner Hallucination Company inkludiert, die ja mit dem Pop in Austropop auch nicht eben viel am Hut haben.
Positiv fällt an dem Buch auf, dass man auch auf die der breiten Masse vielleicht weniger bekannten heimischen Musiker wie Gitarrenvirtuose Karl Ratzer oder Al Cook keineswegs vergessen hat.
Das letzte Wort hat dann der „Hofa“-höchstselbst: also der Wolferl, der Ambros.
„Austropop-Das Buch“ ist eine nette Lektüre geworden, die durch zahlreiche Interviews mit den Protagonisten immer wieder aufgelockert wird, der ein Index am Ende jedoch ganz gut getan hätte.

Und wer nach dem Schwelgen in Erinnerungen Bock hat, den ein oder anderen Song von Ambros und Co. auf der Gitarre nachzuschmettern, erhält ebenfalls Schützenhilfe vom Bosworth Verlag.
Denn passend zum Buch gibt noch ein besonderes Zuckerl für Gitarristen: ein (separat erhältliches) Songbook.
Quasi als Emergency-Kit für die nächste Lagerfeuerparty mit Akustikgitarrenbeschallung. Nur für den Fall, dass die etwaigen Zuhörer nicht die Ingenuität des Fingerpickings beim „Stairway To Heaven“ –Intro mitbekommen. Oder mit dem „schwarzen Afghanen“ mehr als mit „Purple Haze“ anfangen können und „It Ain´t Me Babe“ nie gehört haben, dafür aber „I Bin´s Ned“ auswendig können.
Soll es ja geben….

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(24. November 2009)

   


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