CASH

Ein Buch von Rolling Stone LLC
„I love songs about horses, railroads, land, judgement day, family, hard times, whiskey, courtship, marriage, adultery, separation, murder, war, prison, rambling, damnation, home, salvation, death, pride, humor, piety, rebellion, patriotism, larceny, determination, tragedy, rowdiness, heartbreak and love, And mother, And God.“
Dieses Zitat stammt von John R. Cash.
Und es ist ein Ausspruch, der pointiert auf den Punkt bringt, worum es bei gutem Country eigentlich geht.
Das neu als Softcover erschienene Buch „Cash“ aus dem Heyne Verlag von den Herausgebern des Rolling Stone widmet sich dem Leben des Man In Black, dem Mann-der Ikone.
Auf 224 Seiten verfolgt man den Weg der Legende von der Kindheit auf den Baumwollfeldern in Arkansas, den Anfängen in Memphis bei Sam Philips Sun Label bis hin zu den legendären Gefängnisalben in den 60ern und den Triumphen der Neunziger mit den von Rick Rubin produzierten American-Recordings.
Dabei ist „Cash“, das Buch, vieles zu gleich: Einerseits Biographie und umfangreiche Sammlung von Interviews und Artikeln. Es enthält zudem eine ausgewählte und kommentierte Diskographie und sogar einen Überblick über die Film- und TV-Auftritte Cashs:
Dieser Aspekt von Cashs Karriere wird ja scheinbar oft übersehen-Hier widmet man ihm (endlich) ein ganzes Kapitel.
Cash gab sein Spielfilmdebut in den frühen Sechzigern in „Five Minutes To Live“ in dem er einen Bankräuber spielte.
Es folgten Auftritte zB. in der Columbo-Folge “Schwanengesang“ in der John einen mörderischen Countrysänger spielte oder auch seine Hauptrolle in „Rivalen des Todes“ zusammen mit Kirk Douglas.
Dem Westerngenre blieb er auch bei anderen Engagements vor der Kamera treu:
In „Die letzten Tage von Frank und Jesse James“ spielte er den Frank und sein Freund und Country-Kollege Kris Kristofferson, mit dem er auch (zusammen mit Willie Nelson und Waylon Jennings) in „Stagecoach“ die Pferde sattelte, spielte Jesse.
Cashs Karriere beim Film-und Fernsehen wird durch zahlreiche Stills illustriert.
Denn das Buch ist auch ein wunderschöner Bildband, der nicht mit großformatigen Fotos geizt.
Da sieht man Cash zusammen mit Elvis Presley 1957 oder auch das legendäre Foto von der Session des Million Dollar Quartets wo Elvis, Johnny, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis jammten.
Ein Schnappschuss von Cash wie er mit seiner Akustikgitarre wie mit einer Waffe zielt oder bei seiner TV-Sendung, der „Johnny Cash Show“ mit Ray Charles .
Dann höchst intime Aufnahmen vom Privatmann Cash- zu Hause mit Ehefrau June und den Kindern oder beim Tanz mit seiner Tochter Rosanne, die auch das Vorwort verfasste.
Dann ist Johnny wieder auf der Bühne. Mna sieht Aufnahmen aus den 60ern mit Luther Perkins an der Gitarre „right by his side“. Natürlich dürfen auch Ausschnitte aus der düsteren Phase der American Recordings nicht fehlen oder auch die berühmten Fotos von Cash wie er im Aufnahmestudio raucht oder einem Fotografen in San Quentin den Mittelfinger zeigt.
Apropos Gefängnis:
Das Buch stammt ja von den Herausgebern des Rolling Stone.
Das bedeutet, dass es hier auch einen Abdruck sehr früher Stories aus dem in den 60ern gegründeten Kultmusikblatts gibt.
Der schon verstorbene Ralph J. Gleason, der in den Sixties einer der Mitbegründer des einflussreichen Musikmagazins war, erlebte Cash in Folsom Prison hautnah.
In einem im Buch abgedruckten Artikel schildert er seine Eindrücke.
Der Mitschnitt von ebenjenem Gig ist legendär. Interessant ist, wie Gleason die Atmosphäre die von den kalten Steinmauern des Zuchthauses ausgeht und – talk about bad vibes….- die Stimmung im kochenden Speisesaal in der der Gig stattfand beschreibt.
Neben dem Man In Black selbst in Interviews kommen auch zahlreiche Kollegen zu Wort:
Zum Schluss des Buches gibt es ein „In Memoriam“- Kapitel mit Beiträgen von Cashs Freunden und Kollegen:
Merle Haggard erinnert sich was es für ein Erlebnis war als Cash 1959 in San Quentin auftrat- dem Gefängnis in dem zu dieser Zeit gerade Haggard selbst einsaß.
Kris Kristofferson sagte “Er verkörperte so viel von dem was mir wichtig war-zum Beispiel Freiheit”
Und auch Jerry Lee Lewis, Tom Petty, Bob Dylan, Marty Stuart oder Steve Earle schreiben ganz persönliche Erlebnisse und Eindrücke nieder.
Fazit:
Es ist ein intimes Buch, das die vielen Facetten des Johnny Cashs zeigt.
Ein wirklich schönes Buch, das durch die höchst lesenswerten Textbeiträge auch neben den Bildern für Unterhaltung sorgt.
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