Band Of Joy

Ein Album von Robert Plant
Gegen eine Wiederauflage der beim einmaligen Gig in der Londoner 02-Area vor zwei Jahren erfolgten Reunion mit seinen Led Zeppelin-Kollegen Jimmy Page und John Paul Jones, sträubt er sich nachwievor beharrlich:
Robert Plant scheint viel lieber seine eigene Solokarriere zu verfolgen – und dies macht er, mit durchaus beachtlichem Erfolg. Erst im letzten Jahr wurde ja seine viel beachtete Roots-Kollaboration mit Alison Krauss mit einem Grammy ausgezeichnet.
Auf diesen Lorbeeren ruht sich Plant jedoch keinesfalls aus - So erscheint nun sein neustes Solo-Werk, das nach jener Combo benannt wurde, in der Plant zusammen mit John Bonham vor Led Zeppelin in den 60ern gespielt hatte.
Für das großteils in Nashville, Tennessee aufgenommene Album holte sich Plant mit Buddy Miller als Co-Produzent und Gitarrist einen absoluten Roots Music-Profi ins Studio.
Patty Griffin steuert Vocals bei, Darrell Scott übernimmt ua. die Steel Guitar, Byron House ist am Bass zu hören und Marco Gioviano bearbeitet die Drums.
Vergegenwärtigt man sich nun all diese Eckdaten zur Entstehung und die beteiligten Personen des neusten Plant-Werks, so führt dies natürlich unweigerlich zu einer hohen Erwartungshaltung.
Ob diese von Plants neuestem Werk nun erfüllt wird und ob dem Zuhörer wirklich Freude gebracht wird, zeigt sich im folgenden Review:
Nun, gleich vorweg muss man festhalten, die Antwort lautet: Jein.
Denn zum einen kann (will?) Plant mit Band Of Joy diese Erwartungshaltung nicht befriedigen, zum anderen ist es eine fraglos wilde Mischung unterschiedlichster Stilistiken die hier kredenzt wird, was nicht ohne Charme bleibt.
Sieht man sich zudem Plants andere Post-Zeppelin-Alben an, so fällt retrospektiv auf:
die neueste Platte stellt eigentlich keine Ausnahme dar, denn betont eigen waren Plants Soloscheiben fast immer.
Auf „Band Of Joy“ begibt sich der begnadete Säger, der nachwievor gut bei Stimme ist, mit Gusto auf eine Reise durch Blues, Rock N´ Roll, Country, Soul gemischt mit Folk und selbst orientalischen Einflüssen – wie gleich beim Opener, dem hypnotischen „Angel Dance“, im Original von den Los Lobos, evident wird.
Eigenwilligst interpretiert er Traditionals wie „Cindy, I´ll Marry You Someday“ oder „Satan Your Kingdom Must Come Down“ oder covert Townes Van Zandts „Harm´s Swift Way“.
Plant rockt sich durch das schmissige „You Can´t Buy My love“ oder singt eine wunderschöne Ballade bei einem der Albumhighlights – dem von Darrell Scotss klagender Steel Guitar untermalten „Falling In Love Again“.
„Band Of Joy“ ist eine eklektische Mischung diverser Stilistiken:
Angesichts dieses Wirbelwinds unterschiedlichster Einflüsse gerät die Platte zwar sehr abwechslungsreich und Plant bringt es fertig mitunter bei jedem Stück mit neuen Einfällen zu überraschen, doch in sich homogen ist das Ganze nicht immer.
Immer wieder konterkariert er jegliche Erwartungen mit Klangexperimenten, wie beim durchaus befremdlichen letzten Track „Even This Shall Pass Away“ - als wolle, er einem versichern dass der Titel dieses Songs auch auf diesen „Rausschmeißer“ zutrifft.
Nach mehrmaligen Anhören wächst jedoch mancher der unzugänglicheren Songs - Die Platte ist mit einem gewissen Afterburner ausgestattet.
Klar ist, dass man Band Of Joy gar nicht erst mit Led Zep und ihre Großtaten vergleichen braucht –
Ebenso klar ist aber auch, dass Plant eine Kollaboration wie mit Jimmy Page und Jeff Beck beim „Honeydrippers“-Album besser zu Gesicht stand.
Dennoch: Ein interessantes Album ist „Band Of Joy“ in jedem Fall.
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