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MASTERS OF BLUES GUITAR & SLIDE GUITAR STYLES RSS 1.0


MASTERS OF BLUES GUITAR & SLIDE GUITAR STYLES
MASTERS OF BLUES GUITAR & SLIDE GUITAR STYLES

Ein Buch von Richard Köchli

Gitarrenlehrbücher gibt es wie Sand am Meer – möchte man meinen.
Schließlich warten auf den Gitarristen ja unzählige Publikationen zu den unterschiedlichsten Stilistiken. Sucht man jedoch nach gedruckten Gitarreninstruktionen auf Deutsch, so tut man sich schon etwas schwerer.
Wenn man nun noch nach sehr speziellen Büchern etwa im Bereich der amerikanischen Roots-Musik sucht, ja dann wird das Feld der potentiellen Bewerber überhaupt merklich dünn.

In dieses am deutschsprachigen Musiknoten-Markt entstandene Vakuum tritt der Schweizer Musiker und Buchautor Richard Köchli mit seinen im AMA Verlag erschienenen Büchern. Mit den beiden Werken „Masters Of Blues Guitar“ und „Slide Guitar Styles“ vermittelt er Roots-Music Spieltechniken mit schweizerischer Genauigkeit und gleichzeitig lockeren und vor allem praxistauglichen Musikbeispielen.

Gut, beide Bände zählen nicht zu den optisch eindrucksvollsten:
Sie kommen etwas nüchtern gestaltet, sprich komplett in Schwarz/Weiß, daher.
Es gibt relativ wenige Fotos bzw. auch nur Zeichnungen (beim „Masters…“ Band) der jeweiligen vorgestellten Künstler, deren Ähnlichkeit zu den echten Gitarristen mitunter sehr entfernt/abenteuerlich ist.
Der vermittele musikalische Inhalt in den Notenbeispielen kann dafür umso mehr überzeugen.
Zahlreiche brauchbare Beispiele hat der Autor im Buch zum einen in herkömmlichen Noten und der in Gitarrenkreisen weit verbreiteten Tabulatur (kurz Tab genannt) notiert. Beiden Werken Köchlis liegt überdies eine vollgepackte CD bei, auf der die Stücke vom Autor selbst kompetent eingespielt wurden. So hat man eine unverzichtbare Referenz um zu wissen, wie das alles letztlich klingen soll.

Denn Köchlis Spieltips und Notenbeispiele sind wertvoll und lassen sich wunderbar ins eigene Speile integrieren. Hier wird nicht losgelöst von der Praxis graue Theorie vermittelt- nein! Fingerübungen etc. sucht man genauso vergebens. Hier geht es um die sinnvolle Anwendungen in einem realistischen musikalischen Kontext.
Ein Gitarren-Anfänger, der noch völliger Novize am Instrument ist, kann dadurch mitunter überfordert sein. Gewisse Grundkenntnisse sind also Voraussetzung um das Optimum aus der „privaten Lehrstunde“ mit Köchli zu ziehen.

Zu den Büchern im Einzelnen:
Mit „MASTERS OF BLUES GUITAR“ konnte Köchli den Deutschen Musikeditionspreises BEST EDITION 2011 einheimsen.
Die Reise führt uns ins Mississippi Delta und Köchli vermittelt die Technik von frühen Bluesern wie Charley Patton, Son House, Robert Johnson oder Bind Blake bis hin zu Lightnin´ Hopkins, Muddy Waters oder Elmore James.
Der Untertitel „ Geschichte, Interpreten und Spieltechniken des American Folk Blues“ verdeutlichte auch schon: Köchli fokussiert hier eher auf den frühen, ruralen Blues.
Spätere Sub-Genres, wie zB. der Blues-Rock, und die Verteter dieser Styles kommen nur kurz vor- mit knappen Beiträgen zu Eric Clapton, Ry Cooder oder Bonnie Raitt.
Warum sich Köchli jedoch bemüßigt fühlt in seinem allzu kurzen Kapitel zu Eric Clapton dem ewig miesepetrigen Reigen der Slowhand-Kritiker beizutreten bleibt offen. Ist der Autor sonst stets begeistert und objektiv (sieht man einmal von seinen Kommentaren zu Son House ab), so verwundert seine krasse, musikhistorisch wirre Fehleinschätzung einer Legende wie Clapton.

SLIDE GUITAR STYLES:
Das Sliden ist natürlich auch untrennbar mit dem Blues verbunden. Doch bleibt Köchli nicht nur bei diesem Genre. Mit über 200 Seiten ist das Buch ja auch wesentlich ausführlicher als das „Masters..“ ausgefallen und schöpft so aus dem Vollen.
Er erklärt verschiedenste offene Stimmungen für die Gitarre und zeigt wie man das Spiel mit dem Slide in einem Country- Kontext ( Stichwort: steel guitar-Licks) oder einem Rockumfeld einbaut.
Fazit:
Das Schöne an Köchlis Büchern, dass sie über das bloße „Lehrbuch“ hinausgehen. Alle Beispiel sind, wie schon erwähnt, musikalisch sinnvoll und dadurch tauglich ins eigene Spiel übernommen zu werden.
Und wenn man Ausdauer hat und wirklich die kompletten Bücher durcharbeitet und versucht sich die Licks und Techniken der Legenden draufzuschaffen, ist man mit beiden Werken ziemlich Lange beschäftigt.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(07. Mai 2011)

   


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