Quit Your Dayjob! Naja, ob die drei Schweden tatsächlich ihren Brotjob aufgeben sollten, um sich völlig der Kunst zu widmen - wie es die gern benutzte Phrase des Bandnamens suggeriert - sei einmal dahingestellt. Aber vielleicht findet sich, dank Wegbereitung von Digital Hardcore, Mille Plateaux und den ganzen Elektro-Punk-Scheppereien der letzten Zeit, ja doch eine Käuferschaft für dieses Mini-Album, die den drei - sagen wir einmal - Musikern ein nettes Einkommen beschert.
Wie klingt also dieses knapp eine Viertelstunde langes CDchen, das auf dem passend betitelten Label "Bad Taste Records" erschienen ist? Naja, da sind mal acht, räusper, Songs, die in etwa nach dem gleichen Strickmuster zusammengekloppt wurden: sehr simple Beats, nölige Keyboard-Spielereien, ein wenig schrammelnde Gitarre, und dazu dann ein Kerl, der mit Inbrunst beknackte Texte plärrt: "Open up, you coconut!" Und vielleicht sollten wir noch erwähnen, daß der Text selten diese Länge überschreitet, und die betreffende Zeile dann einfach in zigfacher Wiederholung geschrien wird. Da nur ein, hm, Song länger ist als 2 Minuten, wird das aber auch nicht ganz so fad, wie's klingt. Beziehungsweise: Es klingt nicht ganz so fad, wie's sich liest.
"Es ist ein Trauma!", heißt es an einer Stelle (in "Pigs from hell"), aber ganz so weit wollen wir nicht gehen.
Quit Your Dayjob sind eher wie die Neue Deutsche Welle auf ganz schlimmen Drogen, wie ein Anarcho-Punk am Soundchip des C64. Und jetzt kommt die Überraschung: Das ist so wunderbar beknackt, daß es Spaß macht. Ehrlich. Und überall lauern interessante Überraschungen, wie das supercoole Riff in "Wasted", und langweilig wird's nie, weil die Ideen kompakt gehalten werden.
Wer unterm Weihnachtsbaum das exzellente neue Album von Cobra Killer fand und irgendwie auf den Geschmack gekommen ist, sollte hier durchaus mal reinhören. Man muß ja deswegen nicht gleich den Job kündigen.