Vicious Country

Ein Album von Popa Chubby With Galea
Popa Chubby, in der Bronx als Theodore Joseph Horowitz geboren, ist einer der aufregendsten Bluesrocker der letzten Zeit.
Bei seinem zumindest für ihn typischen und oft sehr roh gespielten New York Blues kann es passieren,dsas er von Otis Redding-Soul zu stampfendem Blues wechselt, nur um beim nächsten Song seine Version eines Hardrock und Metalkrachers (zb. Motörheads „Ace Of Spades“)auf das Publikum loszulassen.
Neben seinem expressiven, feurigen Gitarrenspiel, das von unüberhörbaren Hendrix-Zitaten gespickt ist, sticht auch noch seine Wahnsinnsstimme hervor.
Auf seiner neuesten CD erweitert Popa sein Repertoire und seine stilistische Bandbreite.
Nun widmet er sich nämlich, der Titel verrät es schon, Country und Rockabilly.
Zur Band stießen ua. Steel Guitarist Claude Langlois und Doug Moody an der Fiddle, die zusätzlich für einen authentischen Sound sorgen.
Neu mit dabei ist auch des Popa Liebste, seine Ehefrau Galea, die immer wieder die (Lead-) Vocals und auch den Bass übernimmt.
Ein skurriles Pärchen sind die beiden schon-aber sie passen anscheinend gut zusammen und harmonieren musikalisch perfekt.
Die 13 Songs des Albums setzten sich überwiegend aus Coverversionen wie zB Merle Haggards „Tonight The Bottle Let Me Down“, das Popa mit Galea im Duett singt, zusammen.
Daneben gibt es auch noch 5 Eigengewächsewie zB. „Mona Lisa Tattoo“, das mit einem typischen Chuck Berry-Lick beginnt.
Das Gene Vincent Cover „Race With The Devil“ it der Opener des Albums: Eine sehr solide Version.
Gleich weiter geht es mit Chubbys Interpretation des schon oft gecoverten Earl Green/Carl Montgomery Countrystandards „Six Days On The Road“:
Eines der Highlights und auch der erste Tack des Albums, auf dem Langlois an der Steel Guitar zeigen darf, was er so alles kann.
Track 3 präsentiert dann die erste Nummer aus der Feder Chubbys: das mit klassischen Backgroundchören unterlegte „Baby You Don´t Care“.
Als Nächstes kommt „Satan Is Real“, im Original vom Country Duo The Louvin Brothers.
Aus deren Feder stammt auch „The Christian Life“, das zB. von den Byrds auf ihrem „Sweetheart Of The Rodeo“- Album gecovert wurde, als Gram Parsons bei ihnen spielte. Bei Popa Chubby wird „Satan Is Real“, der vor den Gefahren des Bocksbeinigen im Alltag warnt, kurzerhand mit „Straight To Hell“ von Hank III gemixt. Das entbehrt natürlich nicht einer gewissen Ironie und Chubby singt mit Inbrunst wie er geradewegs zur Hölle fahren wird.
In “Sleepwalk”, dem längsten Track des Albums zelebriert Chubby eine fast neun-minütige Gitarrenorgie.
Hier hat sich übrigens ein Fehler ins Booklet eingeschlichen. Denn Sleepwalk stammt nicht wie dort angegeben von den „Six Days On The Road“-Songwritern Green und Motgomery sondern von Santo & Johnny.
Mit dem durch Buck Owens berühmt gemachten und auch von den Beates gecoverten „Act Naturally“ endet eine 1A Rootsplatte.
Ja, „Vicious Country“ ist wahrscheinlich bislang Popas bestes Album. Der Ausbau seiner stilistischen Bandbreite tut ihm sehr gut. Das ist es fast schade, dass der gute Popa vermutlich schon auf dem nächsten Album wieder alles umkrempeln wird.
Auch wer mit dem gewichtigen New Yorker bislang nicht allzu viel anfangen konnte, sollte „Vicious Country“ mal in den Schacht des CD-Players lassen. Als Bonus sind auf der im schönen Digipak daherkommenden Veröffentlichung noch 2 Videos zu „Race With Devil“ und „Satan Is Real/Straight To Hell“ auf der Disc enthalten. Sehr low budget sind diese Clips und Popas Hände sind im Video nicht unbedingt synchron zur Audioquelle-aber eine nette Dreingabe allemal.
Klarer Tipp!
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