Live At Montreux 1986

Ein Album von Otis Rush & Friends (Featuring Eric Clapton & Luther Allison)
Die Bedeutung von Otis Rush, des Bluesmans aus Philadelphia, Mississippi ist kaum zu überschätzen.
Allein schon sein Einfluss auf die weißen Bluesrocker des britischen Bluesbooms der 60er ist immens. Seine Songs sind Standards und wurden ua. von Mr. Slowhand und Jimmy Page gespielt:
Man erinnere sich nur an Led Zeps Einspielung von „I Can´t Quit You Baby“ oder an Claptons mitreißende Version von „All Your Love“ auf John Mayalls „Beano“- Album( siehe hierzu auch mein Review dieses Klassikers).
Die Zahl derer, die Rush mit seinem markanten Spiel und seinen Songs inspirierte ist lang.
Auf DVD erhältliches Material von Otis Rush selbst live on stage ist hingegen ziemlich rar. Umso schöner, dass ein Auftritt beim Montreux Jazzfestival aus dem Jahre 1986 in der renommierten Konzertfilm-Reihe aufgelegt wurde.
Rush spielt sich mit seiner wunderschönen Gibson Semiakustik-Gitarre durch ein Set zahlreicher seiner Klassiker. Das im Saal anwesende Publikum ist ob der Anwesenheit einer solchen Legende natürlich verständlicherweise aus dem Häuschen.
Doch es gab sogar noch mehr Grund zum Jubilieren: Denn immerhin ist da ja noch der Zusatz „& Friends“ im Titel.
Besagte Freunde sind Eric Clapton und Luther Allison, die als Gäste zu Rush auf die Bühne kommen und schließlich gemeinsam zu „Everyday I Have The Blues“ jammen.
Der Anfang macht jedoch Mr. Slowhand, dessen Auftritt durchaus etwas geschichtsträchtiges hat, wenn man sich den eingangs erwähnten Einfluss Rushs vergegenwärtigt.
Mit einer roten Stratocaster bewaffnet, zockt sich Clapton mit seinem unverkennbarem Ton zusammen mit Rush durch „Crosscut Saw“, „Double Trouble“ und „All Your Love I Miss Loving“ :
Wahrlich, hier schließt sich ein Kreis.
Und was selbst Gitarrenlaien spätestens da auffallen wird. Rush hat ähnlich wie Albert King eine ganz eigene Art seine Gitarre zu spielen. Denn Otis ist Linkshänder und spielt seine Gitarre quasi „verkehrt herum“.
Die tiefen Saiten liegen so ganz unten, die hohen hingegen ganz oben, was logischerweise zu einer ganz eigenen, besonderen Spielweise führt.
Schade nur, dass Otis´ Gitarre über die gesamte Länge des Konzerts leicht bis schwer verstimmt erklingt. Ein Umstand der den Hörgenuss beträchtlich schmälert.
Die Band im Hintergrund kesselt zwar was das Zeug hält und auch im Saal ist die Stimmung am Kochen- Doch was nutzt das, wenn letztlich jeder Song und die meisten Bendings reichlich schief klingen?
Das hier dokumentierte Montreux-Gastspiel ist, was das naturalistische Einfangen der Konzertatmosphäre betrifft, immer nah dran am Geschehen und, ganz so, wie man das von dieser Reihe gewohnt ist , überaus gut gelungen.
Mit Clapton als Gast hatte der Gig das Zeug gleich doppelt denkwürdig zu werden.
Das richtige Zusammenspiel wird durch die durch die Tuning Probleme allerdings unmöglich gemacht. Da helfen auch die virtuosen Jams nichts.
So verhindert ein nicht unbedeutender Umstand, wie die richtige Stimmung, dass dieser eigentlich potentiell bombensichere Gig in Dauerrotation im Payer landen wird:
Wirklich Schade, zumal es von Rush nicht gerade ein Überangebot an DVDs gibt.
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