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HAG:The Best Of Merle Haggard
HAG:The Best Of Merle Haggard

Ein Album von Merle Haggard

„ San Quentin, you've been livin' hell to me“
sang Johnny Cash in seinem Song „San Quentin“, der aus der Sicht eines Inhaftierten geschrieben ist, über die älteste Strafanstalt ganz Kaliforniens.
Und die Charakterisierung dieses Ortes als „livin´ hell“ ist nur allzu zutreffend.
Denn das San Quentin State Prison, wie es mit vollem „Namen“ heißt gilt als einer der härtesten Knasts der Vereinigten Staaten und hat einen berüchtigten Ruf.
Verewigt wurde es natürlich auch durch die legendären Prison-Konzerte, die Johnny Cash dort spielte und sein Live-Album „At San Quentin“ aus dem Jahre 1969 .

Auch einige Jahre zuvor,1958 um genau zu sein, spielte der Man In Black einen Gig für die Gefangenen hinter den unüberwindlichen Mauern dieses Gefängnisses.
Unter ihnen war ein gewisser junger Mann aus dem kalifornischen Bakersfield, der wegen Diebstahls zu drei Jahren Zuchthaus verknackt wurde.
Dieser Tag, an dem der Man In Black mit seinem unverwechselbaren Sound die Mauern des trostlosen Gebäudes zum Beben brachte, veränderte das ganze Leben dieses Mannes, eines gewissen Merle Haggard, entscheidend.
Später wird er von sich behaupten, dass er ohne Johnny Cash und die Musik auf der schiefen Bahn geblieben wäre.

Von diesem Moment an wusste Hag, wie Merle Haggard auch liebevoll genannt wird, jedenfalls was er mit sich und seinem Leben anfangen wollte. Wieder in Freiheit krempelte er sich komplett um und wurde zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten Country-Stars:
Haggard und seine Band The Strangers zu denen auch der legendäre Gitarrist Roy Nichols zählte, prägten zusammen mit Buck Owens und dessen Buckaroos den hart twangenden Bakersfield Sound.

Und von diesem speziellen Sound erhält man auf der hier zu besprechenden CD die Vollbedienung.
„HAG: The Best Of Merle Haggard“ ist der Versuch, die lange Karriere Haggards auf eine einzige Disc zu packen.
Ein ehrgeiziges Unterfangen, das normalerweise zum Scheitern verurteilt ist- dennoch ist diese Kompilation überaus gelungen und bietet einen wunderbaren Einstieg in die Welt des Merle Haggard.
26 Songs umfasst die Disc und deckt dabei die Bandbreite von Hags frühen Hits wie „Tonight The Bottle Let Me Down“ bis zu neueren Songs, wie „She Ain´t Hooked On Me No More“ mit Toby Keith, ab.
Natürlich dürfen auch „Mama Tried“ und „Okie From Muskogee“ nicht fehlen.
Letzerer eine Anti-Hippe Hymne, in der das Leben in Muskogge, Oklahoma dem hedonistischen , wehrdienstverweigernden Treiben der counter culture gegenübergestellt wurde. (we don´t smoke marijuana in muskogee….)
Ein Song der in den 60ern scheinbar die Sichtweise der „silent majority“ der Vereinigten Staaten widerspiegelte, von dem wir jedoch wohl nie wissen werden ob er nun tatsächlich ernst gemeint war oder nicht.

Allerdings fehlen auch auf dieser Compilation einige wesentliche Songs- Klar. Wie man jedoch auf „Swinging Doors“ verzichten konnte entzieht sich meiner Kenntnis. Dennoch muss man sagen, dass die CD einen guten karriereumspannenden Überblick bietet, weshalb auch bemerkenswerte Kollaborationen Hags wie etwa bei Townes Van Zandt´s „Pancho And Lefty“ mit Willie Nelson, inkludiert werden.
Bei „I´m Leaving Now“ schließt sich dann wieder ein Kreis mit einem Duett zweier Freunde. Es ist ein Song den Johnny Cash im Duett mit Haggard für „Solitary Man“ aufgenommen hat.

Fazit: Gelungene Single Disc Retrospektive eines großen Musikers. Sehr empfehelenswert.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(07. Januar 2010)

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Daten zum Album
HAG:The Best Of Merle Haggard
Produktion
Interpret Merle Haggard Besetzung Merle Haggard, Roy Nichols ua.
Aufnahmedatum
Gastmusiker Johnny Cash, Willie Nelson und Toby Keith
Label EMI Lauflänge
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