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Get Lucky RSS 1.0


Get Lucky
Get Lucky

Ein Album von Mark Knopfler

Get Lucky“:
Mit diesem Versprechen wird man nicht nur in Nevada geködert.
Es ist auch der bedeutungsvolle Titel des neuen Mark Knopfler – Albums.
Doch ist das Album weniger dem Hochgefühl, wenn man entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch einmal gewinnt nahe, sondern eher dem Morgen danach: dem großen Bedauern, dem Kater nachdem die Ersparnisse verzockt wurden und man versucht hat den Nervenkitzel mit Whiskey zu ertränken.

Er knopflert also wieder, der Mark.
Und das über weite Strecken so wie man das von ihm erwartet: Zurückgenommen, jedoch immer geschmackvoll.
Ein Arsenal von erlesensten Gitarrensounds anbietend in oft gemütlichen Songs.
Bewusst bedächtig, nur nicht hetzen lassen.
Großteils die Erwartungen derer erfüllend, denen die Knopfler – Alben der letzten Jahre näher sind als die Zeit bei den Dire Straits (oder gar den Nottingham Hillbillies………).

Der bedrohlich meditativ beginnende Opener „Border Reiver“ erzählt - mal wieder- Geschichten aus Glasgow.
Mit zunehmender Spielzeit ein immer folkig werdender Song.
Ein netter, traditioneller Einstieg, der mit dem noch ruhigeren „Hard Shoulder“ nicht eben den optimalsten Einstieg in Knopflers neuestes Opus bildet.

Mancher mag jetzt schon entnervt das Handtuch werfen wollen.
Doch dann kommt Mark mit einer der ersten Überraschungen des Albums, „You Can´t Beat The House“, um die Ecke.
Einem unglaublich lässigen, richtig gut abgehangenen Shuffle in dem Knopfler mit seiner Band groovt als wäre er in einem total verrauchten Club in Chicago in den 50ern.
Das ist locker der beste Track des Albums, bei dem Knopfler auch an der Gitarre mehr aus sich herausgeht. Immer wieder fragt man sich allerdings warum Knopfler nicht mal wieder ein Album, das mehr in diese Roots – Richtung geht, aufnimmt…..
Aber gut, die Hoffnung bleibt bekanntermaßen, also weiter zu Track 4.
Kopfler weint der guten alten Zeit nach. Nämlich allen Ernstes der Zeit als es noch kein Fernsehen und auch kein Gas gab: „Before Gas And TV“.
Seine Gitarre hätte der gute Mark zu dieser Zeit auch nicht in einen Amp einstöpseln können.
Aber gut, laut Knopfler nichtsdestoweniger eine echt super Zeit damals, als man sich noch den Hintern abfrieren konnte.
Schnell weiter zu „Monteleone“, das mit Breitwand – Streichern unterlegt, die nächste Stufe der meditativen Selbstversenkung einläutet.
Ein Song über den Gitarrenbau und insbesondere über den New Yorker Gitarrenbauer John Monteleone, der für Knopfler ein Instrument baute.
Hmmmm, bei einem solchen Song würde man eigentlich mehr Gitarrenarbeit erwarten, aber Fehlanzeige. Wieder glaubt man, das jetzt nix mehr kommt - Doch weit gefehlt.
„Cleaing My Gun“ , das mit einem wunderbaren Gitarrensolo Knopflers verdelt wird, sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken.
Einer der rockigsten Tracks des ganzen Albums, mit Hit – verdächtiger Hookine .
Man erkennt: Ja, er kann eben doch auch ganz anders, wenn er will.

So ist „Get Lucky“ neben folkiger Verschrobenheit auch gewissenhafte Pflege des Dire Straits – Vermächtnisses; Wie er im an „Brothers in Arms“ erinnernden “ So Far From the Clyde“ beweist.
Lyrische, endlos dahinfließende Gitarrenlines, melancholischer Gesang-
Alle Ingredienzien also, die schon den oben genannten Track vom gleichnamigen Album zum Klassiker machten.

Und man muss trotz aller Kritik eines festhalten:
Wie nicht anders zu erwarten ist auch „Get Lucky“ perfekt produziert und fügt sich nahtlos in den bisherigen Knopfler – Kanon ein.
Fans werden sich über die wie immer geschmackvollen, sparsamen Licks freuen.
Die ganz großen Überraschungen bleiben jedoch bis auf wenige Ausnahmen weitestgehend aus.
Auf Tracks wie „You Can´t Beat the House“ folgt oft die große Leere in Form von sentimentalen Songs, denen die große Geste näher als die musikalische Substanz ist.
Passend dazu kommen auch die Lyrics oft bleiern bedeutungsschwer daher.
Am besten wirkt Knopfler eindeutig wenn er aus seiner Lethargie gerissen wird und mal nicht englischem Landhausfolk in Perfektion frönt.

Das Album ist relaxend und angenehm unaufdringlich. Damit qualifiziert es sich auch als hochwertige Entspannungsmusik zum „Einfach mal abschalten“.
Eine Handvoll guter Songs von denen zwei wirklich überdurchschnittlich gut gelungen sind, retten das ansonsten nur solide Album.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(13. September 2009)

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Daten zum Album
Get Lucky 2009
Produktion Mark Knopfler
Interpret Mark Knopfler Besetzung Mark Knopfler,Richard Bennett, John McCusker, Matt Rollings, Guy Fletcher, Glenn Worf, Danny Cummings
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label Universal/Vertigo Lauflänge
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