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Nuthin´ Fancy RSS 1.0


Nuthin´ Fancy
Nuthin´ Fancy

Ein Album von Lynyrd Skynyrd

„Nuthin Fancy“ ist das dritte Studioalbum von Lynyrd Skynyrd.
Mit dieser Platte gelang ihnen das Kunststück , das hohe Niveau welches „Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd“ und „Second Helping“ etablierten, fortzuführen.
Der auf den Vorgängern eingeschlagene Weg wird konsequent weiter gegangen.

Aber etwas ist anders:
Die Grundstimmung ist diesmal nämlich merklich düsterer.
Was durch das Foto auf der Rückseite der Platte noch verdeutlicht wird:
Pianist Billy Powell zeigt dem Fotographen den Mittefinger, während sich die Band gerade auf dem
Weg zu ihrem Proberaum, dem Hell House, befindet.
Was natürlich nur ein Spaß war, dennoch passt das ganz gut zum Grundtenor des Albums.
Und wenn wundert es? Wenn man sich die Umstände ansieht unter denen das Album entstanden ist, wird einem so einiges klar.
Die Band war ausgelaugt vom permanenten Touren. Nach Jahren der Auftritte in Bars waren sie mit ihrem Debutabum „Pronounced….“ zu Superstars geworden und waren seither permanent on the road. Was sie eigentlich dringend gebraucht hätten, wäre eine wohlverdiente Pause.
Ihre Plattenfirma jedoch erwartete ein neues Album, das der Nachfolger zum erfolgreichen zweiten Streich der Band ,„Second Helping“, welches den Top 10 Hit „Sweet Home Alabama“ hervorgebracht hatte, werden sollte .
Leichter gesagt als getan, denn die Band hatte zum damaligen Zeitpunkt allerdings nur wenig neue Songs in petto.
Wie sollte man also den Rest des Albums füllen?
Man legte Sonderschichten im Studio ein und machte sich emsig ans Songwriting.
Produzent Al Kooper wurde nach eigenen Angaben „fast wahnsinnig“, so anstrengend waren die ermüdenden Monstersessions im Studio. Doch die Band biss sich durch - es wurde auf Hochtouren aufgenommen. So erklärt sich dann auch der leicht sarkastische Albumtitel „Nuthin Fancy“: Straighte Songs-rasch eingespielt.

Bemerkenswert ist, dass die Umstände im Recording Studio nicht die Qualität der Songs gemindert haben.
Der Opener „Saturday Night Special“ ist ein Klassiker, der auch heute noch im Liveprogramm der Band auftaucht. Ein schwerer, düsterer Song mit einer Anti-Waffen Message, der gekonnt auf das Kommende vorbereitet.
„Cheatin Woman“ ist ein atmosphärischer Slow Blues-entstanden aus einer Blues-Progression mit der Gitarrist Gay Rossington im Studio herumexperimentierte.
Der „Railroad Song“ mit der markanten Harmonika-Untermalung und „I´m A Country Boy sind wieder typische Rocker.
Der nächste Track „On The Hunt“ ist so etwas wie ein Tribute an die Band Free. Ein hypnotisch langsamer Groover mit tollen Riffs und unvergesslichen Lyrics: „There´s two things in life you must take pride, that´s a horse and a woman, yeah, well both of them you ride”. Ja, sowas gibt´s heute auch nicht mehr…..
Darauf folgt dann das schwermütige „Am I Losin“ -eine Skynyrd-typische (Halb-) Ballade.
„Made In The Shade“ ist Shorty Medlocke gewidmet, der Van Zandt damals riet: “Don´t ever quit and you will have it made in the shade“. Shorty ist übrigens der Vater des Skynyrd-Urmitglieds Rickey Medlocke, der jetzt wieder mit der Band spielt. Es ist ein auf traditionellen Instrumenten wie Mandolinen gespielter Song zwischen Blues und reinem Country.
Ein Song der das Feeling der back porch music, also der auf der Veranda gespielten Musik der Südstaaten inklusive des berühmten „Waschbretts“ einfängt. Eine Verbindung die nur Neulinge im Southern Rock-Genre verwundern dürfte. Denn der Blues der Weißen,Country, gehört zur genretypsichen Mischung genauso wie der Blues.
(Van Zant beispielsweise hörte neben dem Deltablues auch nonstop Country von Hank William Sr. oder Merle Haggard ).
„Whiskey Rock-A- Roller“ ist dann der letzte reguläre Album Track.
Ein Rausschmeißer par excellence, einer der schnelleren Songs des Albums und ein passender Titel noch dazu, wenn man bedenkt, dass Sänger Van Zant in den Liner Notes des Booklets als zuständig für Lyrics, Lead vocals and lots more J & B beschrieben wird.

Die Re-Issue von Universal hat neben perfekt remastertem Sound noch zwei Bonustracks zu bieten:
Live-Versionen von „On The Hunt“ und dem „Railroad Song“.
Fazit: Eine perfekte Wiederveröffentlichung, die neben dem audiophilen Hochgenuss noch eines der besten Southern Rock-Alben bietet.
Nicht nur Skynyrd-Fans können auf dieses ursprünglich 1975 erschienene Album nicht verzichten.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(05. August 2009)

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Daten zum Album
Nuthin´ Fancy 1975
Produktion Al Kooper
Interpret Lynyrd Skynyrd Besetzung Ronnie Van Zant, Gary Rossington, Allen Collins, Ed King,Billly Powell,Leon Wilkeson, Artimus Pyle
Aufnahmedatum 1974-1975
Gastmusiker
Label Universal/MCA Lauflänge 37:34
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