LIFE

Ein Buch von Keith Richards
„This is the life. Believe It or not I haven´t forgotten any of it.“
Diese Zeilen schreibt Keith Richards auf dem Klappentext von „LIFE“, jenem Buch, das die Biographie des Rolling Stones darstellt.
Ein Werk, das ja schon lange erwartet wurde und von dem es ja ungewiss war, wann es erscheinen würde: Denn es war fraglich, ob sich der Autor überhaupt noch an gewisse Teiles seiner Karriere erinnern könne.
Nun, Richards konnte es!
Denn nun bringt der Heyne Verlag die Memoiren des „human riffs“, wie der Rolling Stone auch gerne genannt wird, als deutsche Erstauflage im Hardcover heraus.
Entstanden ist die Biographie in Zusammenarbeit mit James Fox, den Richards schon kannte, als dieser in den Siebzigern für die Sunday Times schrieb.
„LIFE“ ist ein extensives Werk von über 700 Seiten geworden, in dem der Leser einen überaus detaillierten Einblick in das Thema „Keith oder wie er die Welt sah“ erhält.
Richards schildert dabei alle Stationen seines bewegten Lebens von der Kindheit in England nach dem zweiten Weltkrieg bis hin zum Aufstieg zum globalen Superstar.
Er beschreibt das musikalische Schlüsselerlebnis, als er zum ersten Mal Elvis Presley im Radio hörte.
Keith erzählt vom ersten Zusammentreffen mit Mick Jagger, wie er die Open-Tunings für sich entdeckt, und die Begleitumstände der Entstehung von Klassikern wie „Beggars Banquet“, “Let It Bleed“, „Sticky Fingers“ oder „Exile On Main Street“.
Richards Karriere wurde bekanntlich auch von einigen Skandalen begleitet:
So gibt Keith dann auch einen schonungslosen Bericht über den Hedonismus, dem er sich zusammen mit zahllosen Groupies während der Hochphase der Stones hingegeben hat.
Allein wie es Richards über all die Jahre bewerkstelligte, dem langen Arm der Exekutive, trotz zahlreicher gut dokumentierter Verstöße gegen diverse Suchtmittelgesetze, meist zu entkommen, erinnert einen beim Lesen stellenweise an Ausschnitte aus Hunter S. Thompsons „Fear And Loathing Las Vegas“.
All dies geschieht in einem, übrigens recht gut ins Deutsche übertragenen Schreibstil, der in etwa so ist, wie man Keiths Ausführungen aus zahllosen Interviews kennt:
also überaus locker und schnoddrig.
Doch natürlich steht die Musik im Mittelpunkt. Richards hat sich auch nach Jahrzehnten mit den Stones seine Begeisterung erhalten und teilt hochinteressante Anekdoten mit dem Leser.
„LIFE“ hebt sich recht wohltuend von so manch anderer Musikerbiographie der letzten Jahre ab.
Keiths Erinnerungen lesen sich fast durchwegs flott und zur Illustration gibt es einige rare Fotos, die zB. Richards als Familienmenschen oder on stage mit Muddy Waters zeigen.
Fazit: Eine lesenswerte Biographie des ewigen Piraten Käptn Keef.
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