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Tough RSS 1.0


Tough
Tough

Ein Album von John Mayall

Eigentlich hätte mit „In The Palace Of The King“ Schluss sein sollen.
Der Freddy King Tribute aus dem Jahre 2007 hätte einen Strich unter die lange Recording Karriere Mayalls ziehen sollen.
Der Kreis hatte sich symbolträchtig geschlossen, mit einer Verneigung vor einem von Mayalls größten Idolen.
Aber was man insgeheim hoffte, bestätigt sich zur Freude aller Fans im Sommer 2009:
Mayall ist wieder zurück. Ja, ohne den Blues geht es eben doch nicht.

Das "....and the Bluesbreakers" ist allerdings aus dem Titel gewichen, mit dieser legendären Band scheint also offenbar doch endgültig Schluss zu sein.
"Tough" heißt Mayalls neues Album. Und tatsächlich geht es wesentlich härter zu als noch auf den Vorgängern.
Dabei wird aber natürlich nicht der typische von scharfen Harpriffs durchzogene Signaturesound des Blues – Altmeisters geopfert.
Viel zum härteren Ton tragen zwei Faktoren bei.
Zum einen Mayalls neuer Gitarrist Rocky Athas, der viele Songs mit seinem prägnanten Stratocaster – Ton dominiert und mit ordentlichem Dreck in den Fingern spielt.
Wie immer seit dem Weggang von Eric Clapton in den 60ern und den kurzen Gastspielen von Peter Green und Mick Taylor darf man sich von der Gitarrenfront her natürlich nicht zu viel erwarten, etwaige Vergleiche die man natürlich unweigerlich zieht sind letztlich hinfällig.
Athas ist ein manchmal zurückhaltender Player, der aber durchaus in der Lage ist einen Song mit einem schönen Gitarrensolo zu veredeln und immer wieder so richtig heftig losrockt.

Der andere wesentliche Faktor für die düstere Gesinnung Mayalls ist die momentane Situation in der sich die Welt befindet, um genauer zu sein die Wirtschaftskrise aber auch die moderne Musikszene.
Der hält er mit dem “That Good Old Rockin ´ Blues“ einen Spiegel vor.
„All I wanna hear is some good old rockin´ blues“:
Damit spricht er vielen aus dem Herzen.

Es gibt momentan Grund genug dafür sich “blue” zu fühlen. Deshalb haben Mayalls Texte auch immer wieder aktuelle Bezüge.
Die Texte sind auch oft selbst reflektierend und gehen mit der Kritik am eigenen Tun wenig sparsam um.

Nach einem atmosphärischen Einstieg mit „Nothing To Do With Love“ , das von einem wirklich schreienden Gitarrensolo gekrönt wird und dem etwas verhaltenen Track 2 , dem funky „Just What You´re Looking For“ kommt das aus der Feder Walter Trouts stammende „Playing With A Losing Hand“.
Trout war ja selbst einmal Gitarrist bei den Bluesbreakers und die Connection erkennt man schon am Introriff, das eben sehr an den guten Walter erinnert.
Einer der härteren Songs des Albums und auch einer der besten.

Nach der eher düsteren Heaviness des Songtrios, das das Album eröffnet, geht es dann extrem relaxt mit dem upbeat Shuffle „An Eye For An Eye“ weiter: Enorm laid back.
„How Far Down“ wird von einer Akustikgitarre und der zerbrechlichen Stimme Mayalls eingeleitet.
Eines der absoluten Album – Highlights. Ein düsterer Slowblues mit einem tollen Solo von Athas.
„How Far Down Is The Bottom?” fragt Mayall in diesem sehr düsteren Bluesrocker, der mit starken Deltablues – Einflüssen glänzt.

Mayalls neues Werk bietet eigentlich von allem wofür die britische Legende steht etwas.
Zu den besonders hörenswerten gehört neben dem die allzu wilde Partyzeit bedauernden Slowblues „Slow Train To Nowhere“ auch „Numbers Down“, das mit einem von Mayall auf seiner 12 String Gitarre clean eingespieltem Intro aufwartet dann jedoch ganz schön rockig wird und bei dem Gitarrist Athas so richtig in die Saiten langen darf.

Das Album kommt insgesamt vielleicht ohne größere Überraschungen daher, dafür ist es umso routinierter in seiner Ausführung, zu der auch der druckvolle Gesamtsound passt.
Insgesamt also ein schönes, unaufgeregtes Album eines Elder Statesman des Blues:
Kann man sich gut anhören.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(06. September 2009)

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Daten zum Album
Tough 2009
Produktion John Mayall
Interpret John Mayall Besetzung John Mayall, Rocky Athas, Greg Rzab, Tom Canning, Jay Davenport und Maggie Mayall
Aufnahmedatum 2009
Gastmusiker
Label EDEL/Eagle Records Lauflänge 54:51
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