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70th Birthday Concert
70th Birthday Concert

Ein Album von John Mayall And The Bluesbreakers

Eine Legende wurde 70.

Die Rede ist von John Mayall, einer der wichtigsten Figuren der britischen Musikszene, deren Einfluss kaum zu überschätzen ist.
Der Vater des Blues britischer Prägung und Leitfigur, damals in Swingin´ London in den 60ern.
Mit seiner ebenso legendären Band, den Bluesbreakers, war er Sprungbrett für die Weltkarrieren zahlreicher Musiker, insbesondere Gitarristen.
Dem Prinzip der ständig wechselnden Besetzung ( einer aus der Not geborenen Tugend) blieb er Jahrzehnte treu.
Zu den prominentesten Griffbrett-Virtuosen aus dem Mayall-Stall zählte Mr. Slowhand himself , Eric Clapton, der nach seinem Gastspiel bei den Bluespionieren The Yardbirds bei Mayall einstieg und ein wegweisendes Album einspielte(Bluesbreakers with Eric Clapton ), nur um wenig später mit Ginger Bakerund Jack Bruce Cream zu gründete.

Ein Nachfolger bei den nun ohne Leadgitarrist dastehenden Buesbreakers war allerdings schnell gefunden: Peter Green, der als das nächste große Ding gehandelt wurde.
Ganz so gut wie Clapton war er dann zwar doch nicht,aber immerhin veröffentlichte Mayall das durch sein Spiel veredelte „A Hard Road“.
Doch auch Green blieb nicht lange, sondern machte sich lieber auf um Fleetwood Mac zu gründen (lange bevor die zu einer Weichspüler-Popband wurden) und durch die Experimente mit bewusstseinserweiternden Drogen schließlich den Verstand zu verlieren.

Mick Taylor ersetzte den flügge gewordenen Green und stieg als zweiter Gitarrist bei den Rolling Stones zur Unterstützung Keith Richards ein.

Soviel zur Geschichtsstunde. Dass Mayall auch mit stolzen 70 noch voll dabei ist, dafür ist sein Geschenk an sich selbst, das „70th Birthday Concert“ Beweis genug.
Die aktuellste Inkarnation der Bluesbreakers mit dem gewichtigen Briten Buddy Whittington an der Gitarre spielt sich mit ihrem Brötchengeber an den Keyboards durch ein nettes Einstiegsset mit ein paar teilweise durchschnittlichen Nummern.

Doch das ist nur das Anheizen für das eigentliche Highlight des Abends. Denn wer ist an seinem Geburtstag schon gern allein? Was wäre eine ordentliche Party ohne Gäste? Eben!

Deshalb finden sich immerhin zwei der prominentesten Ex-Bluesbreaker Gitarreros zur Huldigung an den Altmeister ein.
Die Ruhe in Person, Mick Taylor, macht den Anfang. Dessen stoische Art hat sich nicht wesentlich verändert - Damals als er noch bei den Stones gelassen die Gibson Les Paul würgte.

Ab der herrlich relaxten Honky Tonk Nummer „No Big Hurry“ ist dann Eric Clapton mit seiner Stratocaster mit von der Partie. Der Titel ist Programm. Hetzen lassen sich die Herrschaften alle nicht. Immerhin ist es Mayalls Geburtstag und der spielt was er will!
Eine derartige Relaxtheit ,ohne dabei die Virtuosität zu vernachlässigen, das ist schon eine eigene Kunst für sich.

EC lässt sich nicht lumpen und beweist nebenbei, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen, dass er locker alle an die Wand spielen könnte. Wenn er wollte, wohlgemerkt. Doch das hat Clapton gar nicht nötig, dazu ist er viel zu sehr Gentleman.
Er lässt Whittington die Freude und hält sich bewusst zurück nur um im geeigneten Moment aus dem Hintergrund zu treten.

Dies ist besonders schön bei der mitreißenden und ellenlangen Jam-Version von „Have You Heard“zu beobachten. Während sich Whittington abplagt seiner Gitarre die wildesten Töne zu entlocken, stellt sich Mr. Slowhand locker-lässig hin, mustert das Publikum und spielt genau einen Ton. Der hat es aber in sich und ist auch genug um das Publikum auf die Beine zu bringen und den Veranstaltungsort mit frenetischem Beifall zum Beben zu bringen.
Das ist halt einfach Klasse. Mit wenigen Noten so ein Statement abzuliefern.

Die Setlist wird mit voranschreitender Zeit immer besser: Klassiker folgt auf Klassiker . Freddy Kings „Hideaway“ darf ebenso wenig fehlen wie lieb gewonnene Standards de Marke „Hoochie-Coochie Man“ oder „I´m tore down“, das ebenfalls aus der Feder Kings stammt.

Nach „Talk To Your Daughter“ ist dann aber Schluss. Die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Das Geburtstags-Konzert gibt es in vielen verschiedenen Versionen als CD wie als DVD. Echte Fans sollten zur DVD-Veröffentlichung greifen, da ist das Konzert durch die visuellen Eindrücke noch um einiges mitreißender.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(15. März 2009)

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Daten zum Album
70th Birthday Concert 2003
Produktion
Interpret John Mayall And The Bluesbreakers Besetzung John Mayall, Eric Clapton, Mick Taylor und Buddy Whittington
Aufnahmedatum 2003
Gastmusiker
Label Eagle Vision Lauflänge
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