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Mean Old Man
Mean Old Man

Ein Album von Jerry Lee Lewis

1935: Am 29.September dieses Jahres wird in Ferriday im Bundesstaat Louisiana Jerry Lee Lewis geboren.
2010: Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag veröffentlicht der Killer sein neuestes Studioalbum.
Und zwar was für eines!

Augenzwinkernd nach einem Song Kris Kristoffersons benannt knüpft Lewis darauf nahtlos an das erfolgreiche Vorgängeralbum „Last Man Standing“ aus dem Jahre 2006 an.
Das Konzept der Platte wird dabei fast durchgehend beibehalten:
Mit der Ausnahme von zwei Songs („Sunday Morning Coming Down“ und „Miss The Mississippi And You“) wurde jeder der Songs mit einem oder mehreren Gästen eingespielt.
Dabei ist die Liste derer, die auf Lewis neuem Album mitgewirkt haben, wieder unglaublich illuster und viele von Jerrys Freunden, die schon auf dem Vorgängeralbum dabei waren, schauten auch diesmal wieder vorbei (siehe auch Infokasten am Ende dieses Reviews).

Lewis lässt seine Finger mit der für ihn so typischen Leichtigkeit über die Tasten seines Pianos fliegen und beweist einmal mehr ein perfektes Gespür für die Songauswahl, die sich aus Klassikern aus Blues, Country, Rockabilly und Rock N´ Roll sowie Gospel,Traditionals bzw. Spirituals zusammensetzt.

Völlig logisch etwa, dass er mit „Dead Flowers“ (vom „Sticky Fingers“-Album) und „Sweet Virginia“ („Exile On Main Street“) zwei der besten Countrysongs der Rolling Stones aufnimmt.
Apropos Stones: Sir Mick Jagger ist bei ersterem Song dabei, während Keith Richards auf zweiterem mitwirkt. Und da auch Ronnie Wood etwa beim Titelsong Gitarre spielt, sind dann die Stones nahezu in der vollständigen Besetzung dabei (allerdings auf jeweils unterschiedlichen Tracks).
Mr. Slowhand Eric Clapton und James Burton hört man beim ungemein groovenden „You Can Have Her“.
Bei „Railroad To Heaven“, einem Song, den Lewis schon als Junge in der Assembly Of God Church in Ferriday gesungen hatte, gibt es ein letztes Duett mit Solomon Burke, der am 10. Oktober dieses Jahres verstarb.
Ringo Starr übernimmt die Drums auf „Roll Over Beethoven“, Willie Nelson singt mit Lewis „Whiskey River“ und beim Duett mit Kid Rock auf „Rockin´My Life Away“, steuert Ex- Guns N´ Roses Hutmeister Slash ein Gitarrensolo bei.

Ja, hier wird mit Leib und Seele gespielt, dass es eine wahre Freude ist.
Mean Old Man“ Album ist ein Werk, dem man schlicht anmerkt, dass hier absolute Vollblutmusiker am Werk sind, denen es einfach Spaß macht zu spielen.
Was Lewis hier mit seinen Gästen aufgenommen hat, ist einfach große Kunst: Denn die Form bloßer Duette wird hier völlig überschritten, vielmehr werden die Songs zu Gesprächen.

Auf CD erscheint das Album in zwei unterschiedlich langen Fassungen:
In einer 10 Track-Version und einer mit 18 Songs. Fans sollten auf jeden Fall zu der um acht Lieder längeren Version greifen, denn sonst entgeht einem zB. „Swinging Doors“, das Lewis mit Merle Haggard und James Burton einspielte oder „Will The Circle Be Unbroken“ mit Mavis Staples, wo man Lewis sogar an der Gitarre hört.
Die Tracklist kann man im wahrsten Sinne des Wortes mit „all Killer no filler“ beschreiben.
Mean Old Man“ ist locker eine der besten Platten des Jahres - und es wäre wirklich super, wenn es wie beim Vorgängerabum auch hierzu wieder eine Live-DVD geben würde.

In diesem Sinne:
Happy Birthday Killer!

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(14. November 2010)

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Daten zum Album
Mean Old Man 2010
Produktion Jim Keltner, Steve Bing, Phoebe Lewis (Executive Producer)
Interpret Jerry Lee Lewis Besetzung Jerry Lee Lewis, Ken Lovelace, Mickey Rapahel, Greg Leisz, Rick Rosas, Jim Keltner uva.
Aufnahmedatum
Gastmusiker Solomon Burke, James Burton, Willie Nelson, Merle Haggard, Mavis Staples, Eric Clapton, Mick Jagger, Keith Richards, Ronnie Wood, Ringo Starr, John Fogerty Slash, Sheryl Crow, Nils Lofgren, Waddy Wachtel, Gillian Welch, John Mayer uva.
Label Verve/Universal Lauflänge 59:49 (18 Track Version), 31:36 (10 Track Version)
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