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Last Man Standing LIVE
Last Man Standing LIVE

Ein Album von Jerry Lee Lewis

Die 50er. Die Südstaaten der USA. Memphis, Tennessee. Rock N ´Roll. Sun Records.

Eine perfekte Mischung.

Es ist die Ära des Rock N´ Roll, die große Zeit von Sun Records..
Das legendäre Label von Visionär Sam Philips, das für eine ganze Revolution verantwortlich war und die Welt veränderte.
Elvis, Johnny Cash, Carl Perkins, und Jerry Lee Lewis machten in dem kleinen Studio in Memphis ihre ersten Aufnahmen.

Mehr als 50 Jahre später ist Jerry Lee Lewis der letzte Überlebende des Million Dollar Quartetts :
Der Last Man Standing, wie Lewis sich selbst bezeichnet, also .
Nach seinen unzähligen Drogen- und Alkoholexzessen und seinen zahlreichen Karrieretiefs und Hochs wahrlich ein kleines Wunder.
Doch wie sang der Meister einst selbst so treffend: „My name is Jerry Lee Lewis and I´m damn sure here to stay“.
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen-
Die wilden Jahre haben Lewis zwar merklich gezeichnet aber wenn man ihn erst mal auf die Bühne verfrachtet hat gibt es kein Halten mehr.

So quicklebendig wie früher ist er dabei freilich nicht mehr - Außer seinen berühmten „Shark Eyes“ und den quirligen Händen kann er sich nicht mehr allzu gut bewegen.
Dass er es dennoch immer noch drauf hat beweist er mit dem genialen Live-Album „Last Man Standing Live“ (das es neben der herkömmlichen CD-Ausgabe auch in einer noch besseren DVD - Version gibt).
Die Stimme mit all ihrer Urwüchsigkeit ist nach wie vor da - bemerkenswert.
Anlässlich seines zigsten Comebacks hat er eine groovige Backingband zusammengestellt und spielt sich durch die größten Klassikern seiner langen Karriere.
Damit sind wir auch schon bei der ausgezeichnet gewählten, abwechslungsreichen Setlist, die jedem Jerry Lee-Fan die Freudentränen ins Gesicht treiben dürfte - zumal die Abmischung des Sounds dermaßen knallt.

Eine Disc, die man sich von vorne bis ganz zum Ende durch anhören kann - kein Füllermaterial, nur die beste Songauswahl.
Gleichzeitig kann Lewis einem seiner größten Idole Tribut zollen: Dem schon 1953 mit nur 29 Jahren verstorbenen Countrymusiker Hank Williams, von dem er eine Handvoll Songs covert („You Win Again“, „Jamabalaya“).

Oft ist auch etwas Wehmut zu bemerken.
Kein Wunder: Songs wie, „Once More with Feeling“ oder das Traditional „Will The Circle Be Unbroken“ bekommen eine ganz neue Bedeutung wenn sie jemand singt, der schon soviel erlebt hat wie der wilde Piano-Man aus Louisiana.
Dies wird besonders deutlich beim unter die Haut gehenden von starken Tempowechseln gekennzeichneten “Don´t put no Headstone on my grave“. Lewis weiß, er hat vieles falsch gemacht. Es ist die Weisheit des Alters.
Diese wird bei den schnelleren Songs aber auch gleich wieder zum Teufel gejagt.
Würde er alles genau wieder so machen? Na klar! Immerhin hatte er eine verdammt gute Zeit!
Um es mit den Worten Kris Kristoffersons zu sagen „The goin´up was worth the comin´down“.

Apropos Kristofferson. Der genialische Songwriter ist nur einer der vielen Gäste die Lewis zu seinem Comeback-Stelldichein eingeladen hat. Ein Großteil der Songs wird nämlich nicht von Lewis allein mit seiner wunderbaren Band dargeboten, sondern jeweils mit einem Gaststar.
Louisianas Wild Man hat gerufen und alle sind sie gekommen:
Tiger Tom Jones, der mit Lewis schon in den 60ern zusammen arbeitete, stimmt eine wunderbare Version von „Green Green Grass of Home“ an .
Ron Wood ist bei einem Großteil der Songs als Gitarrist mit von der Partie und liefert gleich eine positive Überraschung.
Wo der gute Ronnie bei den Stones häufig und beherzt die schiefsten Töne produziert, spielt er hier äußerst tight auf seiner 50er Strat.
Für Blueslegende Buddy Guy ist das Treffen mit Lewis wie eine Begegnung mit dem Weihnachtsmann. Der stets gut gelaunte Blueser kriegt sich gar nicht mehr ein - er grinst bis über beide Ohren und hat sichtlich eine gute Zeit während er Licks mit Lewis austauscht.
Kommen wir gleich zum nächsten Gitarrenvirtuosen: John Fogerty von Creedence Clearwater Revival, der wie der leibhaftige Little Richard ins Mikro röhrt.
Alle Songs sind dermaßen tight und routiniert eingespielt, dass es eine wahre Freude ist. Da sitz jede Note. Die Duette haben den Stil eines Gespräches. Locker und wie beiläufig wird da improvisiert - wahre Könner, die sich gut leiden können.

Damit ist aber noch lange nicht das Ende der illustren Gästeliste erreicht: Lewis´ alter Kumpel Merle Haggard („Okie from Muskogee“) Willie Nelson,Eagle-Drummer Don Henley, Soul Brother Solomon Burke oder der durch den „Wild At Heart“ Soundtrack berühmt gewordene Chris Isaak-sie alle kamen zum gemütlichem Jam.
Für die Jüngeren gibt’s dann noch Gastspiele von Kid Rock und Norah Jones.
Beide mit starken Auftritten - Rock ist sogar so begeistert davon mit einem seiner Idole zu musizieren, dass er kurzerhand auf Jerrys Klavier springt. Nur die Coverversion des Rolling Stones Klassikers
„ Honky Tonk Woman“ hätte nicht sein müssen.

Mit „Last Man Standing Live“ ist dem guten Jerry ein schönes Comeback gelungen.
Die abwechslungsreiche Songauswahl, gekoppelt mit der Interaktion mit den Musikerkollegen, machen dieses Live - Dokument zu einem Highlight-selbst in der mehr als fünfzig jährigen Karriere des „Louisiana Wild Man“.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(24. März 2009)

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Daten zum Album
Last Man Standing LIVE 2007
Produktion
Interpret Jerry Lee Lewis Besetzung Jerry Lee Lewis
Aufnahmedatum 2006
Gastmusiker Tom Jones, Willie Nelson, Merle Haggard, Kris Kristofferson, Kid Rock, John Fogerty, Don Henley, Norah Jones
Label EDEL/Eagle Records Lauflänge
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