Magazine: KULT! & Rock Classics METALLICA

Ein Buch von Good Times & Rock Classics
Diesmal ein kleines Novum in den Rezensionsräumen von mannbeisstmusik:
Sodann gibt es nun zwei Magazintipps, denn Ende April erreichen uns gleich zwei Sonderausgaben die gerade für Musikfans (allerdings nicht nur die, wie wir später bei den Themen sehen werden) von Interesse sein dürften:
Den Anfang macht gleich ein Magazin mit dem kurzen, prägnanten Namen „KULT“.
Und ein Blick aufs Hochglanzcover verschafft dem potentiellen Leser Gewissheit, dass hier der Name wahrlich Programm ist:
Jane Fonda blickt in ihrer Paraderolle als Barbarella verträumt in die Untiefen des orgiastischen Weltalls. Gleich daneben Vintage-Ads von Pez, das Sinalco-Logo, ein Käfer, Perry Rhodan……..
Die Richtung, in die es hier geht, ist jedenfalls klar:
Die Redaktion des Musikmagazins „Good Times“ stellte eine Sonderausgabe mit dem Themenschwerpunkt auf den 60ern, 70ern und 80ern zusammen.
Nachdem im letzten Jahr schon die erste Ausgabe erfolgreich lief, wird das Heft von nun an 2-mal pro Jahr erscheinen.
Das Heft ist liebevoll gemacht und genauso kunterbunt wie das Cover gestaltet sich dann auch der Inhalt.
Das hat stellenweise etwas stückwerkartiges und allzu sehr in die Tiefe gehen die einzelnen Artikel auch nicht unbedingt immer- dafür hat man eine wirklich nette, kurzweilige Lektüre.
Neben der Vorstellung zahlreicher 60ies, 70ies oder 80ies-affinen Produkte und Rezensionen von DVDs etc. liegt der Schwerpunkt auf einem Potpourri aus Artikeln:
Das Spektrum reicht von Interviews mit Stars wie Johnny Logan, einer Eurovisions Songcontest Retrospektive, einem Sci-Fi-Schwerpunkt (das Cover verriet es schon: Rhodan, Barbarella!) bis hin zur nostalgischen Rückschau auf das Medium „Kassette“.
Eines der Highlights ist ein Rückblick auf das Jahr 1960, der allerdings in lediglich knapp über drei Seiten abgehandelt wird.
Dass auf einen Artikel über VW Käfer und Jugendmagazine der Sixties ein Bericht über Punk und später New Wave folgt, mutet zwar etwas kurios an, aber immerhin will sich das Magazin auch als den „Kult“ der späten Siebziger und Eighties erkundend präsentieren.
Dennoch wirkt die Zusammenstellung der Themen stellenweise wie „ein Kessel Buntes“- also von allem etwas.
Apropos DDR: Auch der Ostalgie wird ein wenig gefrönt und so wird dem „Winnetou des Ostens“ Gojko Mitic quasi zum Geburtstag ein ganzer Artikel gewidmet.
Als Dreingabe zur Verschönerung der eigenen vier Wände gibt es noch 2 Poster:
Einmal mit ganz netten mit 70er Jahre Mopeds; ungleich heißer als die kultigen Gefährtes ist jedoch das zweite Motiv:
Denn wer will kann sich Sechziger-Ikone Uschi Obermaier, an die Wand hängen.
Ähnlich liebevoll, wenn auch in eine ganz andere, hartmetallische Richtung geht ein weiteres Sonderheft, das ebenfalls dieser Tage die örtlichen Trafiken und Kioske erreicht:
Rock Classics – METALLICA begibt sich auf extensive Spurensuche bei den Bay Area Thrash Metal-Pionieren.
Von der ganz frühen Zeit, als sie in San Francisco die ersten Schritte taten bis hin zum Stadion-füllenden Act kann man den Werdegang der „Four Horsemen“ mitverfolgen.
Klar, der langjährige Fan weiß all die biographischen Fakten längst und kennt die Geschichte von Hetfield und Co. bereits aus dem Effeff.
Ein Umstand der auch der Redaktion nicht verborgen geblieben sein dürfte.
So konzentriert man sich neben dem Pflichtteil des „Runterratterns“ der Band-Historie auf einige hoch interessanten Backgroundberichte.
So wird ein Interview mit Saitenhexer Kirk Hammett aus dem Jahre ´99 abgedruckt und mit Ron McGovney, dem allerersten Basser von ´Tallica, kommt auch ein Mitglied aus Urzeiten der Band zu Wort.
Weiters hat man Produzent Flemming Rasmussen, der ja bei „Ride The Lightning“ und „Master Of Puppets“ an den Reglern saß, besucht. Gerade für Leute, die sonst eh schon jeden Schnipsel und Interviewfetzen gesammelt haben, überaus lesenswert.
Eine andere Rubrik lässt Musiker von A wie Apocalyptica bis H wie Heathen zu Wort kommen: diese berichten über den Einfluss den Metallica auf sie hatten.
Und John Zazula, Eingeweihte kennen ihn als maßgebliche Figur aus der Frühzeit der Band, ist auch noch vertreten.
Ansonsten wird alles vom Merchandising über Skateboards mit den „Pushead“-Motiven vorgestellt.
Als weiteren Clou hat man neben ein paar netten Postern noch eine CD dazu gepackt: Diese examiniert einige wichtige Einflüsse der Band und trägt folgerichtig den Titel „The Roots Of Metallica“ : Zu hören sind da zB. die NWOBHM-Urgesteine Tygers Of Pan Tang:
Sehr nette Idee.
Die spätere Phase von Metallica ab Mitte der Neunziger kommt allerdings alles andere als gut weg.
Wer nur die reine Thrash Metal-Seite der Band anerkennt wird sich in seiner – zu kurz greifenden- Meinung bestätigt fühlen.
Warum die Autoren im Ausdruck des redaktionsinternen Missfallens über die spätere Phase von Metallica über eine wunderbare Musikerin wie Marianne Faithful (die bei „The Memory Remains“ mitgewirkt hatte)herziehen müssen ist mir allerdings schleierhaft.
Fazit: Für Anhänger der Band und insbesondere der Achtziger Jahre Thrash Metal Phase stellt das Rock Classics Special eine kurzweilige und empfehlenswerte Lektüre dar! Die gesamte Geschichte der Band inklusive des Stilwechsels hätte man aber durchaus etwas objektiver betrachten können.
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