The Dirty Dozen

Ein Album von George Thorogood and The Destroyers
Mit „The Dirty Dozen“ kehrt Thorgood zu seiner alten Plattenfirma EMI bzw. Capitol zurück.
Für George ein echtes „Homecoming“, er fühlte sich fast so als wäre er nie weg gewesen, wie er in Interviews kundtut.
Und was für ein „Einstandsgesschenk“ er im Gepäck hat!
Der Vorgänger „The Hard Stuff“ liegt ja schon ein paar Jährchen zurück, doch das hohe Niveau der Vorgängerscheibe konnte mühelos gehalten werden - Aber hat man ernsthaft etwas anderes von Thorogood erwartet? Nein, natürlich nicht!
Mit seinen Delaware Destroyers gehört er ja nicht umsonst seit über 30 Jahren zu den verlässlichsten Faktoren, wenn es um "good time rock n´roll" geht.
Da ist es nur passend, dass das neue Album die ganze Karriere umspannt.
Ganz im schicken Mini-Schallplattendesign gehalten kommt das Album mit aufklappbaren Pappcover in dem die CD steckt .
Konsequenterweise ist dann auch die Tracklist in Side 1 und 2 eingeteilt: ein sehr netter Einfall !
Das dreckige Dutzend ist zweigeteilt und setzt sich aus sechs erst im Jahre 2009 brandneu eingespielten Songs und 6 nicht mehr im Handel erhältlichen Klassikern zusammen.
Diese sind, zumindest in den USA, out of print und es wäre wirklich eine Schande wenn diese wunderbaren Aufnahmen verloren gegangen wären.
Diesmal gibt es ausschließlich Coverversionen von einigen von Georges Lieblingssongs.
Wer jetzt von wegen kein eigenes Songmaterial mault, dem kann nur gesagt werden, dass sich Thorogood nie mit bloßem Nachspielen der Vorbilder begnügte sondern stets eigene Akzente setzte.
Man erinnere sich bloß an seine kultige Neuinterpretation von Hank Williams´ "Move It On Over".
So verwundert es dann auch nicht, dass diese Tradition des kreativen Coverns fortgesetzt wird und es keinen einzigen Ausfall auf dem Album zu vermelden gibt.
Side 1 beinhaltet die sechs erst in diesem Jahr entstandenen Coverversionen ua. mit Songs von Willie Dixon und Howlin´ Wolf(„Tail Dragger“), Sleepy John Estes(„Drop Down Mama“), Bo Diddley („Let Me Pass“)und Muddy Waters („Born Lover“).
„Run Myself Out Of Town“ beispielsweise stammt ursprünglich von den Holmes Brothers, deren Version braucht man sich nach dem Genuss von Georges Neuinterpretation allerdings nicht mehr anhören.
Auf Side 2 vereint George dann Aufnahmen aus den Jahren 1982-1993.
Allesamt Fan-Favourites, die auch immer wieder im Liveprogramm der Band auftauchen.
Zb. Der Countrystandard “Six Days On The Road”.
Schon oft wurde dieser berühmte Trucker-Song in dem es um einen Mann geht der seit Tagen unterwegs ist nur um sein Baby endlich zu sehen, gecovert.
Ohne Übertreibung kann man sagen, dass Thorogood mit seiner lockeren Einspielungen dieses Klassikers die beste Version abgeliefert hat.
Wenn man bedenkt,dass sich zwischen den älteren Aufnahmen von Side 2 und den Tracks von Side 1 teilweise über 20 Jahre befinden, muss man verblüfft feststellen, dass Thorogood nichts von seiner Spielfreude verloren hat.
Der Mann ist mit 60 noch super bei Stimme und der Bandsound ist so druckvoll wie eh und je-alle haben eine so hörbare Freude am Blues und Boogie, die einfach ansteckend ist.
Thorogood wird gerne vorgeworfen, dass er immer wieder ein und dasselbe Album veröffentlichen würde.Aber wenn jedes Album so gut klingt wie dieses hier, dann kann ich persönlich das nächste kaum erwarten.
Viel zu selten kommt man in den Genuss eine derartigen Feel Good-Silberlings: deshalb 6 Sterne
Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen
|