Na ja, soweit sind wir ja noch gar nicht im Jahr 2010. Der allzu oft bemühte Spruch passt aber wie die Faust aufs Auge auf die Situation der deutschen Band Genepool.
Die legen mit „Lauf Lauf“ nämlich ihre mittlerweile dritte Langspielplatte auf und die bedeutet gleich mal einige gewichtige Veränderungen.
Zum Einen ist die Band bei einem neuen Label unterkommen, fortan musizieren sie nämlich für Rookie Records in Köln.
Viel wichtiger ist jedoch der Umstand, dass sich das Besetzungs-Karussell wieder mal gedreht hat - das ist ja bei Genepool in den Jahren ihres Bestehens durchaus öfter mal vorgekommen.
Letten von Smoke Blow ist nun nicht mehr für den Gesang zuständig, statt ihm brüllt nun Ian Spehr, ehemals bei Mink Stole, ins Mikro.
Trotz des deutschen Titels und der Herkunft der Band sind übrigens alle Lyrics auf „Lau Lauf“ in englischer Sprache. Und obwohl der Titel eventuell anderes suggerieren mag, ist das Material gar nicht zum weglaufen.Zumindest wenn man auf Punk mit kräftiger Elektro/-New Wave Schlagseite oder umgekehrt steht.Wobei man hier schon vor einem kleinen Problem steht:Denn die Band stilistisch einzuordnen fällt gar nicht so leicht.
So ist auch das Material dementsprechend variantenreich.
Schroffe, verzerrte Gitarren treffen auf Elektrosounds und aus einem Teppich aus Kakophonie schält sich unverhofft manch schöne Melodie.
Musikalisches Highlight der Platte ist dabei sicher „Brothers And Sisters“, das mit dem Einsatz von Trompeten überrascht.
Abgesehen davon wirkt mancher Song jedoch auch ziemlich überladen und recht chaotisch.
Deshalb kommt es zum Fazit: Für Fans der Band empfehlenswert und für Freunde von Wave Punk einen Blick wert.