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The Beast In Me
The Beast In Me

Ein Buch von Franz Dobler

The Beast In Me“.

Das ist einer der Songs, den der legendäre Man In Black Johnny Cash für das erste American-Album aufnahm.
Es ist auch der Titel eines sehr lesenswerten Buches aus dem Heyne-Verlag.
Der Autor ist Franz Dobler. 1959 in Bayern geboren, arbeitete der Musikjournalist und Countrymusikfan-und kenner ua. für die Süddeutsche.
Zu seinen literarischen Werken zählt zB. das jüngst erschienene „Aufräumen“.
Die hier zu besprechende, erweiterte Version von „The Beast In Me“ erschien ursprünglich nach dem Tod Johnny Cashs im Jahre 2003.

In seinem lockeren und bisweilen sehr witzigen Schreibstil bringt Dobler einfach herrlich ehrlich und ironisch auf den Punkt, wie es Leuten gehen kann, die in deutschsprachigen Gefilden zu ihrer Liebe zur Countrymusik stehen.
Denn die Geschichte der Countrymusik ist zumindest bei uns eine Geschichte voller Missverständnisse. Im schlimmsten Fall versteht man hierzulande darunter Schunkel-Romantik im Truck Stop Stil.
Worum es beim „real“ Country eigentlich geht, bleibt den meisten leider verborgen.

Zur Illustration dieses Zustandes schildert Dobler gleich mal zu Beginn eine Situation in einem Lokal mit einer Dame, die er gerne näher kennen gelernt hätte.
Worüber redet man so beim ersten Gespräch, beim Small Talk?
Zunächst vielleicht was Allgemeines. Also wie einem die Party gefällt oder was weiß ich.
Irgendwann kommt dann natürlich meist die Frage: Und was für Musik hörst du so?
Nun, bei den meisten Menschen kommt dann eine nichtssagende Antwort- hm, so Charts aber auch viel Techno (das Techno kann man auch gerne beliebig durch House ersetzen).
Wie Doblers Antwort ausfiel, kann man sich als Leser dieser Zeilen nun vermutlich schon denken.
Die gute Dame war weg wie nix und suchte sich wahrscheinlich einen oberflächlicheren Gesprächspartner.

Ein echter Missstand, mit dem Dobler nun versucht aufzuräumen.
So ist „The Beast In Me“ neben der Biographie des Man In Black auch eine Bestandsaufnahme der aktuellen (US-)Musikbranche und auch eine kleine Geschichte der Countrymusik selbst.
Für das poppige Mainstreamdestillat dass sich bisweilen Nu Country schimpft und seit den Neunzigern auch immer mal wieder in unsere Breitengarde herüberschwappt, in den USA jedoch absolutes Big Business ist, hat er wenig bis gar nichts übrig.
Dobler geht es um „the real thing“.
Garth Brooks und Konsorten finden zwar abschätzig Erwähnung, müssen jedoch „draußen bleiben“.

Fazit: Eine mit Herz geschriebene Geschichte über das Genre der Countrymusik und natürlich eine packende Biographie eines faszinierenden Mannes.
Klare Lektüre-Empfehlung.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(24. November 2009)

   


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