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Slowhand - Special: 461 Ocean Boulevard
Slowhand - Special: 461 Ocean Boulevard

Ein Album von Eric Clapton

„461 Ocean Boulevard“ entstand nach einer sehr sehr schwierigen Zeit für Clapton.
Das nach der Adresse von Claptons damaliger Residenz in Miami, Florida benannte Album wurde sein erstes nach dem er vom Heroin weggekommen war.

Für seine Rückkehr ins Studio hatte sich Clapton nach seiner ua. in der Derek and The Dominos-Phase heftig eingesetzten Sunburst-Strat namens „Brownie“ eine neue Gitarre zusammengestellt – was übrigens im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen ist.
Denn in Nashville, Tennessee hatte er sechs Vintage Strats zu günstigsten Preisen erstanden und verschenkte je eine an seine Freunde George Harrison, seinen Blind Faith-Mitstreiter Steve Winwood und an The Whos Pete Townshend. Die restlichen drei behielt er und baute sich aus den für sich besten Parts „Blackie“- jene schwarz lackierte Stratocaster mit Ahorn-Hals, die ihm in den nächsten Jahren gute Dienste leisten sollte.

So machte sich Clapton an die Aufnahmen zu dem was nach dem selbstbetitelten 1970er Geniestreich sein erst zweites Solowerk werden sollte.
Dabei vertraute er wie schon bei den „Layla“-Sessions auf Tom Dowd am Stuhl des Produzenten.
Auch Bass-Meister Carl Radle, mit dem Clapton schon bei den Dominos gespielt hatte, war wieder mit an Bord.
An den Drums ist neben Jamie Oldaker noch Al Jackson Jr. Von Booker T and The Mg´s zu hören, Yvonne Elliman steuerte Vocals bei und George Terry ist der Mann an der zweiten Gitarre.
Terry war es auch, der Clapton vorschlug jenen Track aufzunehmen, der zu einem der größten Hits des ganzen Albums werden sollte:
Bob Marleys „I Shot The Sherriff“.
Clapton war eigenen Angaben zufolge nicht sonderlich begeistert vom Ergebnis, die Verkaufszahlen sprachen jedoch eine andere Sprache:
Der Track erreichte, genauso wie das Album, die Pole Position der US-Charts.

Gleichzeitig signalisierte die Inkludierung einer Reggae-Nummer auch eine stilistische Veränderung und „Ocean Boulevard“ ist bis zu einem gewissen Grad anders als alle EC-Alben davor.
Klar, was man hier hört ist natürlich immer noch typisch Clapton
(und die Reggae-Richtung etwa, wurde auch später nicht groß weiterverfolgt) - dennoch wird hier stellenweise eine ganz andere Entwicklung vollzogen als noch bei den Dominos bei Cream.
Die Songs sind kürzer gehalten, keiner der ursprünglichen Albumtracks läuft länger als fünf Minuten.
Das Bild am Cover der Platte kann dann auch als Sinnbild fürs gesamte Album und dessen Ausrichtung gesehen werden.
Man sieht Clapton vor der Kulisse des Hauses, das der Platte ihren Titel verlieh.
Ein wirklich malerisches Anwesen und die hier transportierte Stimmung ist als eher relaxed, ja geradezu laid back, zu beschreiben.
Und so ist dann auch die fertige Platte im Großen und Ganzen geworden.
Zwar prescht der Opener „Motherless Children“ noch recht ungestüm voran, doch ansonsten geht es großteils eher ruhig zu.
Bei Balladen wie „I Can´t Hold Out“ wispert Clapton gar nur ins Mikro.

Zu den absoluten Highlights gehört das intensive „Give Me Strength“, das einige Zeit nach der ursprünglichen Veröffentlichung des Albums wegen eines Songwriting-Disputs von den weiteren Pressungen und der CD gestrichen und durch den Song "Better Make It Through Today" ersetzt wurde. Auf dem Re-Release in Form der Deluxe Edition ist dieser wunderbare Song allerdings glücklicherweise wieder enthalten.

Apropos Deluxe Edition: Die Neuauflage dieses Albums kommt im schicken ausklappbaren Digipak inklusive eines informativen und reich bebilderten Booklets. Die ursprüngliche Platte wird dabei durch sehr hörenswerte, als Session-Outtakes deklarierte Tracks ergänzt:
Wobei man sagen muss, dass diese Einspielungen eindeutig mehr als bloße Bonustracks sind.
Clapton spielt hier Bluesklassiker wie „Meet Me Down At The Bottom“ oder auch “Ain´t That Lovng You“ und jammt beim „EC After Hours Jam“ oder dem „B Minor Jam“.
Wären diese Songs damals auf der ursprünglichen Veröffentlichung in den Siebzigern inkludiert, sie hätten „Ocean Boulevard“ noch besser gemacht.
Nun ja, jetzt sind sie ja immerhin auf der Deluxe Edition drauf, die übrigens noch eine zweite Disc mit einem Livemitschnitt aus dem Jahre ´74 enthält.

Klar, dass bei jenem Gig einige Nummern von „461 Ocean Boulevard“ gespielt wurden, doch auch einige Songs wie Badge“, „Layla“, „Tell The Truth“ oder ein Blues-Medley aus „The Sky Is Crying“, „Have You Ever Loved A Woman“ und Robert Johnsons „Ramblin´On My mind“ stehen auf der Setlist:
gutes Konzert!

Fazit: Schöne Reissue eines Klassikers. Zwar hat Clapton einige noch ingeniösere Alben veröffentlicht, dennoch ist „Ocean Boulevard“ ein melancholisch-relaxter Klassiker, dessen Deluxe Packaging gelungen ist.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(27. Oktober 2010)

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Daten zum Album
Slowhand - Special: 461 Ocean Boulevard 1974/2004
Produktion Tom Dowd
Interpret Eric Clapton Besetzung Eric Clapton, Carl Radle, George Terry, Yvonne Elliman, Dick Sims, Jamie Oldaker und Al Jackson Jr.
Aufnahmedatum 1974
Gastmusiker
Label Polydor/Universal Lauflänge
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