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Blood Music
Blood Music

Ein Album von Dead Celebrity Status

Wer sich kreativ in einer intellektuell-alternativen Ecke wähnt, äußert sich mitunter gerne zum Thema "Kunst und Prostitution" - auf der stetigen Suche nach Authentizität, nach echten Wurzeln und in der beständigen Furcht, seine im künstlerischen Selbstverständnis verankerte Integrität Kompromissen opfern zu müssen. Das gelegentlich paranoid angehauchte Phänomen ist aber nicht exklusiv den Salzburger Aktionskünstlern vorbehalten, sondern findet sich auch in den Untiefen der Popkultur gerne und oft.

"Sie war einst unschuldig", verkündet uns eine Kinderstimme im Intro zum ersten Album der Hip-Hop-Bruderschaft Dead Celebrity Status. "Jeder Ton, den sie von sich gab, war so rein wie ein Engel", aber dann kamen böse Menschen und benutzten sie, um ihre eigene Gier zu befriedigen. "Ihr Name ist," und das dachten wir uns schon, "Musik". Derart verbissen ernsthaftes Pathos bekämen Creed in ihren seligsten Tagen nicht zusammen.

Dead Celebrity Status - schon der Name der Gruppe lässt erahnen, dass sie uns etwas, irgendetwas sagen wollen - teilen sich gerne mit, und zwar zu den Themen Politik, Religion, Popkultur, ungeschütztem Geschlechtsverkehr, Pornoheften und den damit verbundenen Befindlichkeiten. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber weil sie sich sehr wortgewaltig äußern, tun sie es zu allen Themen auf einmal.

Das Bedürfnis, sich mit ernsteren Topoi als der handelsüblichen Rap-Dreifaltigkeit Geld, Frauen, Waffen (Fahrzeuge können in jede der drei Kategorien untergeordnet werden) zu beschäftigen, ist dabei prinzipiell lobenswert, scheitert aber zu oft an dem prätentiösen Gebaren, das diese toten Berühmtheiten an den Tag legen. Das ist schade, da die Musik selbst erstklassig konzipiert ist. Die harten Hip-Hop-Elemente treffen immer wieder auf musikalische Zitate, Rockelemente, Melodien, Bombast, Ideen. Es bleibt spannend, es passiert viel. Wer sich an der zementierten Haltung nicht stört, bleibt über die gesamte Lauflänge bestens unterhalten.

Vielleicht finden Dead Celebrity Status bis zum nächsten Album ihren Humor wieder, dann können wir uns auch ruhigen Gewissens den ernsten Themen widmen.

Eine Rezension von Christian Genzel
(14. Oktober 2006)

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Daten zum Album
Blood Music 2006
Produktion
Interpret Dead Celebrity Status Besetzung
Aufnahmedatum
Gastmusiker
Label Lauflänge
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