Black Gives Way To Blue

Ein Album von Alice In Chains
2009 meldet sich ohne großes Trara eine der wichtigsten und vor allem besten Bands der Neunziger Jahre Grunge und Alternativerockszene zurück:
Alice In Chains.
Mit „Black Gives Way To Blue“ knüpfen sie überraschenderweise (fast) nahtlos an ihre frühen Werke an.
Und fast wirkt es so als wäre seit ihrer letzten CD nicht allzu viel Zeit vergangen.
Was natürlich nicht stimmt-Denn das genaue Gegenteil ist der Fall:
Das letzte Studiowerk der Band liegt schon geschlagene 14 Jahre zurück. Die letzten offiziell unter dem AIC-Banner veröffentlichten Lebenszeichen waren ein Unplugged Konzert für MTV 1996 und ein Livealbum 2000.
Und obwohl die Band quasi auf Eis lag, kam man nicht zur Ruhe:
Leadsänger Lane Staley wurde seine Drogensucht, die das zentrale Thema von Alben wie „Dirt“ war, zum Verhängnis. Der AIC-Frontman starb 2002.
Dass sich die verbliebenen Bandmitglieder Jerry Cantrell (vocals und guitar) , Mike Inez (bass) und Sean Kinney (drums)doch noch zusammengerauft haben, grenzt fast an ein Wunder.
Für ihr Comeback, obwohl sie sich nie mit lautem Getöse aufgelöst haben, ließen sie sich Zeit;
viel Zeit. Genauso wie für das Schreiben dessen, was schließlich der Nachfolger zu ihrem selbstbetitelten 1995er Werk werden sollte.
Doch hat sich die Wartezeit wahrlich gelohnt.
Neuer Mann am Mikro ist William Duvall, der auch die Rhythmusgitarre bedient. Dass man Staley nicht ersetzten kann ist klar. Man muss dennoch sagen, dass Duvall die eigentlich unmögliche Aufgabe sehr gut bewältigt.
Den typischen AIC-Sound hat man zudem nicht groß verändert.
Der nölende zweistimmige Gesang, die bleiernen Riffs, die düsteren Texte–alles da.
Das Tempo wird selten angezogen, man befindet sich fast ausnahmslos im unteren bpm-Bereich.
„Sludgy“ nennt man das im Englischen.
Selbst die zumindest textlich weniger schweren Songs, wie die Singleauskopplung „Check My Brain“ in der Gitarrist Cantrell darüber schreibt wie man sich als Ex-Junkie im "Sündenpfuhl" LA fühlt, an der die Verlockungen an jeder Straßenecke zu lauern scheinen, drücken einen mit tonnenschweren Riffs nieder.
Cantrell sagte selbst in einem Interview, dass er wahrscheinlich einfach zu viel Black Sabbath und Pink Floyd gehört hat. Zu ersteren passt das heavy Riffing (Die Zitate sind unüberhörbar)und zu Zweiteren das Entstehen-lassen von Soundlandschaften.
Immer wieder wird das harte Riffing bei Songs wie „Last Of My Kind“ von ruhigeren, fast schon balladesken Stücken wie „When The Sun Rose Again“ unterbrochen.
Beim finalen Song des Albums, dem Titeltrack, nimmt sogar Elton John am Piano Platz.
Das Stück ist ein Tribute an den verstorbenen Staley.
Eine der stärksten Nummern des ganzen Albums-Die jedoch viel zu früh und vor allem abrupt endet.
Was man sich dabei nur gedacht hat?
Genau solche Momente sind es letztlich auch, die dem Album die Höchstwertung kosten:
Die oft nicht zu Ende gedachten Songideen. Mancher eher durchschnittliche Song wird künstlich gestreckt, anderes endet ohne Vorwarnung.
Dennoch muss man das neueste AIC-Werk nicht nur langjährigen Fans ans Herz legen.
Sehr heavy, sehr düster-und aus diesem Segment eine der besten Veröffentlichungen des ganzen Jahres!
Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen
|