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Trash RSS 1.0


Trash
Trash

Ein Album von Alice Cooper

Bob Dylan lobte einst, das verkannte(und nahezu nicht zu Kenntnis genommene) Songwritertalent des Alice Cooper.
Dylan, die graue Eminenz des Folk, traf mit dieser Behauptung den Nagel auf den Kopf und die 1989, zum Höhepunkt der Achtzigerjahre Metalwelle, veröffentlichte LP „Trash“ belegt dieses Statement unüberhörbar.
Spätestens beim ersten Track wird klar warum. Der ist nämlich „Poison“ und wurde zu Coopers größtem Hit seit „School´s Out“ aus den Siebzigern. Ein besserer Opener und eine bessere Verdeutlichung, dass der „Man behind the mask“ tatsächlich zurück ist, hätte Herrn Cooper und Edel-Produzent Desmond Child nicht einfallen können.
Ohrwurmartiger Refrain mit starken Riffs und einem genau auf den Punkt gespielten Gitarrensolo - so muss ein zünftiger Rockklassiker klingen.
Ein exemplarischer Beginn - denn so schnörkellos Track 1 ist, so präsentiert sich das gesamte Album - Kein fett, nur Fleisch(wenn auch roh….) kann man da nur diagnostizieren.
Kein Wunder, dass die Scheibe zum Triumph für den totgesagten Alice wurde.

Denn das Comeback für Cooper kam alles andere als erwartet.
Trotz Kultstatus in der eingeschworenen Rockszene aufgrund von früheren Großtaten in Form von 70er Klassikeralben wie „Love it to Death“ oder „Billion Dollar Babies“, war sein Stern gegen Ende der Dekade rasend schnell gesunken. Experimentelle Alben mit dezentem New Wave - Einschlag taten wenig dazu, alte Anhänger des Schock-Rockers zu halten.
Nachdem er sich Ende der Siebziger trotz (fehlgeschlagenen) Entziehungskuren fast zu Tode gesoffen hätte, rollte er aber ab Mitte der 80er(die auch den Beginn seiner Genesung und seiner Abwendung vom Alkohol hin zum Golfen bedeuteten) im Windschatten des Heavy Metal- Booms das Feld mit soliden Alben von hinten auf.
Doch es brauchte die Cooperation[sic!] mit den Megastars von Bon Jovi, sowie Toto-Crack Steve Lukather und die zusätzlichen „helping hands“ von Aerosmith-Röhre Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry(allesamt Acts die in den 80ern Comebacks bzw große Erfolge feierten).
Zusammen spielten sie einen echten Klassiker ein auf dem man einen Alice Cooper hört, der so kraftvoll ins Mikro röhrt, als wäre er nicht erst vor ein paar Jahren dem Sensemann im Rausch von der Schippe gesprungen.
Die kompakten Songs wirken im Gegensatz zu früherem Cooper-Material weitaus aufgeräumter und stets mit einem konkreten Ziel vor Augen - nie wird es unmelodisch oder chaotisch.
Diese zunehmende Hochglanzpolierung und Kommerzialität wurde Cooper allerdings auch vorgeworfen - aber wen interessiert das, wenn man einen Hit nach dem anderen serviert bekommt?
Mal wird die dreckige Bluesgitarre wie bei „House of Fire“ ausgepackt, mal gibt es lupenreinen und 80er-typischen bombastischen Balladenrock wie bei „Only My Heart Talkin´“ und dann sind wir im harten Glam Rock wie bei „Spark in the Dark“ oder auch dem ruppigen Titelsong.
Die druckvolle Produktion Desmond Childs weiß noch heute zu gefallen und auch wenn einige vielleicht die kranken (Serienkiller)themen früherer Cooper-Werke vermissen mögen, bleibt „Trash“ eine der besten Rockscheiben der gesamten 80er und bildet gleichzeitig so etwas wie einen Schwanengesang für ein ganzes Genre.
Ist „Trash“ doch neben der Auferstehung von Cooper auch eines der letzten großen Rockalben. Eine Art von Album die ab der nächsten Dekade langsam aber sicher ausstarb.
Glücklicherweise kann man zum Trost nach wie vor diese schöne Scheibe auflegen und sich an all dem erfreuen, was den 80er Jahre Hard Rock ausmachte und je nach Sichtweise auch auszeichnete.

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(14. September 2008)

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Daten zum Album
Trash 1989
Produktion Desmond Child
Interpret Alice Cooper Besetzung Alice Cooper, John McCurry,Hugh McDonald,Bobby Chouinard und Alan St.John
Aufnahmedatum
Gastmusiker Steve Lukather,Joe Perry,Steven Tyler,Richie Sambora,Jon Bon Jovi
Label Epic/Sony Music Lauflänge
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